Rufi-update

Zucht & Genetik von Rassehunden, insbesondere auch aber nicht nur von Irish-Terriern/ Breeding & genetics of pure bred dogs, especially of Irish-Terrier but not limited to.
[Moderator: Irene Sommerfeld-Stur]

Rufi-update

Ungelesener Beitragvon Dorle Schans » So 30. Mär 2014, 21:35

Liebe IT Freunde,

was lange währt - bringt doch kleine Fortschritte. 8-)

Vor 3 Jahren wurde ja bei meinem 90-fachen Wekpenvater Rufi , nachdem 2 Hündinnen leer blieben, eine Untersuchung an der TiHo, Prof Günzel-Apel selbst, vorgenommen. Es wurden sonografisch, hormonell und bakterielle/virale Ursachen verfolgt.

Es war nichts direkt zu finden , was den Befund Azoospermie ( Null Spermien im Ejakulat) erklären hätte können.

Ende Juli 2013 wurde er dann kastriert, weil er völlig " oversexed" unsere Amy dauernd decken( Wochen vor und nach der Hitze, es genügte schon der erlernte Reflex, Amy am Halsband zu halten...) wollte, und trennen wollte ich sie nicht.

Die Kastration wurde aber wie abgesprochen genützt, die Hoden in einer speziellen Lösung der TiHo zu übersenden, um einen Spezialisten damit zu beschäftigen. Es brauchte 7 Monate ( Forschung dauert! , das muß man gelassen abwarten ;) ) , bis dieser überraschende Befund vorlag:

1. Rufus Under my Spell: Befund



Sowohl im linken als auch rechten Hoden findet sich eine qualitativ normale aber z.T. quantitativ reduzierte Spermatogenese.

Auffällig ist, dass in keinem der Präparate (insgesamt 16 Präparate, davon 12 mit Nebenhodenanschnitten) im Nebenhoden Spermien nachweisbar sind.

Nur in einem Schnitt fällt eine zystische Struktur mit lila Inhalt (Zellen, Debris, etc.) auf.

Dieser Befund deckt sich mit Ihrer Vermutung, dass der Übergang Hoden-Nebenhoden verändert ist.

Kann dies eine erworbene Störung (durch Infektion) sein, da der Rüde ja in der Vergangenheit laut Anamnese erfolgreich in der Zucht eingesetzt worden ist.“



Frau Prof Günzel-Apel:

Dass beide Nebenhoden trotz bestehender Spermatogenese keine Spermien aufweisen, bestätigt unseren Verdacht einer Verlegung bzw. eines Verschlusses des Nebenhodengangsystems, deren/dessen Ursache möglicherweise/wahrscheinlich nicht endgültig geklärt werden kann. Zwar haben wir ja im März 2011 diverse infrage kommende Infektionserreger (allgemeiner bakterieller Keimgehalt, Mycoplasmen, Brucella canis-AK, CHV-AK) überprüft, sind aber in keine Richtung fündig geworden. Da die „Noxe“ zu diesem Zeitpunkt jedoch schon ca. 12 Monate zurück gelegen hat, können daraus keine tragfähigen Rückschlüsse gezogen werden. So sagt der niedrige CHV-AK Titer nichts darüber aus, ob und wann der Rüde mit dem Virus in Kontakt gekommen ist, da ein erhöhter AK-Titer jeweils nur 8 bis maximal 12 Wochen nach einer Infektion oder Reaktivierung nachweisbar ist. Danach ist er basal.



Also: zu meiner Überraschung - auch wenn sein Verhalten ja eindeutig war - war die Spermiogenese nicht beeinträchtigt, bei basaler Testosteronkonzentration und starker Verkleinerung beider Hoden. Aber die Nebenhoden waren nicht mit Spermien gefüllt . Also : Zwischen "Produktionsort" und "Speicher" war ein Verschluß eingetreten, sodaß keine Spermien mehr in den Speicher gelangten.

Welche Ursachen dazu geführt haben, ist unklar. Aber ich möchte anregen, daß Besitrzer anderer unfruchtbarer Rüden auch eine solche histologische Untersuchung bei einer Kastration durchführen lassen, um noch mehr Befunde zu versammeln.Eine Entzündung, oder Verletzung die in dem Bereich mit heftigen Schmerzen und Hodenschwellung einher geht, hat er nicht gehabt .

Die Kastration hat er bestens weggesteckt, ist danach sofort ganz normal mit Amy umgegangen und nur während der Standhitze trenne ich sie, er würde sie auch als Kastrat decken, das ist möglich alles bei spät kastrierten Rüden mit Deckerfahrung.
Im Verhalten hatte es keine Auswirkung - nun ja - er hat sich halt ein neues Hobby gesucht: Löcher buddeln!!!! :roll:
das stand in keiner Veröffentlichung als Kastrationsfolge, ist aber so...Im Verhalten zu anderen Rüden ist er Terrier wie zuvor, bei uns ist er verschmuster denn je! Und Langschläfer ist er immer noch.

Interessant auch, daß sich sein Stoffwechsel erst 6 Monate nach der Kastration umgestellt hat und er nun gut frißt, leichter zunimmt als früher, mit dem richtigen Futter ist er prima in Figur und hat nur viel Unterwolle ( Furmi kommt gut zum Einsatz!) entwickelt und ein paar schwarze Haare im Deckhaar bekommen, also evt Welpenhaar? Die Struktur ist genau wie zuvor.

Er wird in 3 Wochen 8 Jahre und das sieht man ihm nicht an, vielleicht eifert er Vater Elliot nach, der ist ja 14.5 , soweit mir bekannt ? Ich hoffe es mal!
Es grüßt in alle Richtungen

Dorle Schans

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