Angst nach Attacke

Allgemeines zu Irish-Terriern, insbesondere ihre Erziehung und ihr Verhalten/ All about Irish-Terriers, especially training and behaviour.
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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Andreas Clauser » Mi 19. Jun 2013, 21:20

[quote][Uns wird eher vorgeworfen, dass wir nicht "hart" genug mit unserem Hund umgehen.
/quote]

Hallo Frau Jans,

eigentlich kein Freund von Ferndiagnosen empfehle ich an dieser Stelle einen Wechsel der Hundeschule. Wenn irgend ein Hund keine "Härte" im Sinne der noch bei einigen Schäfer- und sonstigen Gebrauchshundleuten im Kopf herumspukenden Kommißmethoden verträgt, dann ist es der Irish Terrier. Es gibt keine Patentrezepte, aber liebevolle Konsequenz ist ein guter Ansatz.

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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Sabine Haumann » Do 20. Jun 2013, 07:49

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist Frau Jans nicht in einer Hundeschule, sondern in einem anderen Hundesportverein - sonst gäbe es dort vermutlich weder BH-Prüfung, noch THS.
Da muß man aber eben damit rechnen, dass es auch mal etwas lauter zugeht. M.E. sollte ein IT das abkönnen, man muß es ja nicht selbst so machen.
Dass Konsequenz immer "liebevoll" sein muß, wage ich zu bezweifeln. Sie sollte eher klar und für den Hund verständlich sein. Und selbst wenn einem dabei mal der Kragen platzt, steckt ein Irish das weg, wenn die Beziehung stimmt.

Viele Grüße...
Sabine Haumann
 

Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Wilfried Kaminski » Do 20. Jun 2013, 08:40

Sabine Haumann hat geschrieben:Dass Konsequenz immer "liebevoll" sein muß, wage ich zu bezweifeln. Sie sollte eher klar und für den Hund verständlich sein. Und selbst wenn einem dabei mal der Kragen platzt, steckt ein Irish das weg, wenn die Beziehung stimmt...


Dem kann ich nur zustimmen. Ich ziehe ja gerne den Vergleich zur Kindererziehung und die Erfahrungen aus 12 Jahren (Kind) und 10 jahren (Hund) scheinen das zu bestätigen. Kinder brauchen Regeln und vor allem Verlässlichkeit in der Handhabe dieser Regeln. Nein muss auch nein heissen und nicht heute nein und morgen vielleicht ja doch usw. . Nur so gewinnen sowohl Kind als auch Hund Sicherheit. Irgendwann werden die Kinder größer und selbstständiger und es ändert sich vieles. Beim Hund bleibt es über die Jahre gleich. Er braucht die Sicherheit immer und nichts verunsichert einen Hund (zumindest ist das bei unserem Hund der Fall) wenn sich etwas in seinem Umfeld drastsich ändert oder Unruhe entsteht. Das konnten wir sehr schön während unseres Umzuges (von März bis Mai diesen Jahres) beobachten. Herzi fand das gar nicht gut. Es hat dann gute zwei Wochen gedauert bis das neue Zuhause akzeptiert wurde und der Hund sich entspannt hat. Ach ja und natürlich haben sich die Regeln für den Hund (Hausstandsregeln nennt sie der Bloch - meine ich) im Laufe der Jahre auch gelockert (soll ja sowohl Kinder als auch Hunde geben die da sehr subtil darn arbreiten ;) , aber einige Grundsätze sind fix.

Aber zur Attacke. Herzi wurde als Welpe von einem zwar netten aber doch recht ungestüm agierenden Labrador beim Spiel plattgemacht. Das hat bei ihr lange nachgewirkt und manchmal habe ich auch heute noch den Eindruck dass sie größere schwarze Hunde mit mehr Argwohn begegnet als "andersfarbige". Wobei sie große, dickere Hunde (also die ab 30-40 kg aufwärts) generell nicht so toll findet. Wior haben es seinerzeit laufen lassen - auch weil ich zugegeben nicht so recht wusste wie ich das Problem lösen sollte.
Gruß
Wilfried Kaminski
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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Christian Tintrup » Do 20. Jun 2013, 09:59

Susanne Jans hat geschrieben:Mit 2,5 Jahren hat sie ja angefangen sich für die Jagd zu begeistern -
wir haben versucht dem mit Antijagdtraining entgegen zu wirken, bisher mit wenig Erfolg.

Und jetzt? Bleibt der Zustand jetzt so? Der Hund hängt meiner Meinung nach in der Luft.

"Auf jeden Fall kommen wir mit Clickertraining und positiver Bestärken eher voran wie mit Schimpfen. Letzteres verschlimmert ihre Verhalten nur."

Was ist "schimpfen" überhaupt? Und welches Verhalten wird verschlimmert?
Einen Wechsel des Vereins halte ich für eine Vermeidungsstrategie, ist aber keine Lösung des Problems.
Christian Tintrup
 

Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Irene Sommerfeld-Stur » Do 20. Jun 2013, 10:19

Sabine Haumann hat geschrieben: M.E. sollte ein IT das abkönnen, man muß es ja nicht selbst so machen.


Ich denke DEN IT, der das abkönnen muss gibt es nicht. Es gibt sicherlich viele ITs die auch
mit einer lauten, lärmenden und aggressiven Umwelt klarkommen aber es gibt auch unter den ITs "Seelchen"die das nicht so gut können. Und ich weiß nicht ob bei einem sensibleren Hund die "Du musst da durch"-Strategie die richtige Strategie ist.

Viele Grüße

Irene
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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Wilfried Kaminski » Do 20. Jun 2013, 10:44

Irene Sommerfeld-Stur hat geschrieben:Ich denke DEN IT, der das abkönnen muss gibt es nicht


Das wäre dann sicher die "Clone" Variante die niemand will. Die charakterliche Vielfalt - lasssen wir einmal Umwelteinflüsse aussen vor - ist es doch die die Hunde so wertvoll für uns macht. Äusserlich sehr ähnlich so sind die IT´s doch vom Wesen her recht unterschiedlich. Und rufen wir uns in Erinnerung das Hunde ein um ein vielfaches besseres Gehör haben als beispielsweise wir Menschen, so ist Schreien oder Lärmen eh nicht besonders sinnvoll. Ich rufe mir da immer den Klassiker ins Gedächtnis aus Lassie,rex und Co. Da wird nämlich empfohlen dem Welpen von Anfang an die gute und die böse "Stimme" zu gewöhnen. Wenn ich unserem Hund dann ein "nein" sage so erkennt Herzi schon an der Tonlage das ihr Vorhaben nicht okay ist. Das ist alles eine Sache des Trainings.
unser Hund ist übrigrens auch eher von der Seelchen Fraktion , auch wenn in mir bei ihren "Ausbrüchen" mancher anderer Hunde gegenüber doch Zweifel aufkommen ;) .
Gruß
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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Christian Tintrup » Do 20. Jun 2013, 10:47

Es soll jetzt keine Wortklauberei werden, aber der Hund wird als ängstlich/zurückhaltend beschrieben.
Wenn ich alles vermeide was dem Hund nicht "gut tut" sitze ich bald in meinen 4 Wänden.
Eine "Da muss er durch Strategie" halte ich auch nicht für sehr sinnvoll, ich würde an der Beziehung zum Hund arbeiten.
Christian Tintrup
 

Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Wilfried Kaminski » Do 20. Jun 2013, 10:54

Christian Tintrup hat geschrieben:Eine "Da muss er durch Strategie" halte ich auch nicht für sehr sinnvoll, ich würde an der Beziehung zum Hund arbeiten.


Besser kann man es eigentlich nicht beschreiben!
Gruß
Wilfried Kaminski
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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Irene Sommerfeld-Stur » Do 20. Jun 2013, 11:17

Christian Tintrup hat geschrieben:Es soll jetzt keine Wortklauberei werden, aber der Hund wird als ängstlich/zurückhaltend beschrieben.
Wenn ich alles vermeide was dem Hund nicht "gut tut" sitze ich bald in meinen 4 Wänden.
Eine "Da muss er durch Strategie" halte ich auch nicht für sehr sinnvoll, ich würde an der Beziehung zum Hund arbeiten.


Da hast Du sicher recht, Christian. Nur, "an der Beziehung arbeiten" ist keine Sache, die man eben so mal schnell erledigt hat. Das braucht Zeit, Geduld und in vielen Fällen wohl auch eine Begleitung durch einen Fachmann. Umgekehrt kann es bei einem sensiblen Hund sehr schnell gehen, dass es zu Verunsicherungen bis hin zu einer Angstproblematik kommt. Da genügt im Einzelfall eine einzige schlechte Erfahrung. Und wenn ich die Schilderung von Frau Jans richtig verstehe, ist auf diesem Hundeplatz niemand, der sie in Sachen "Arbeit an der Beziehung" unterstützen würde.

Die Überlegung, einen anderen Hundeplatz zu suchen, bei dem eher auf die Bedürfnisse sensiblerer Hunde eingegangen wird, fände ich daher duchaus nicht falsch.

Viele Grüße

Irene
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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Christian Tintrup » Do 20. Jun 2013, 11:41

Klar geht das nicht von heute auf morgen,das braucht seine Zeit. Und wenn ein Fachmann/frau in der Nähe ist könnte man dort mal vorstellig werden und einen Blick von aussen auf das Gespann Tochter/Mutter/Sohn/ Hund werfen, denn irgendwie sind da alle ein bisschen mit dran. Mutter ein wenig unsicher, Vater sagt, Hund, Hund sein lassen, Sohn war ein wenig stolz das sie sich so gewehrt, Antijagdtraining lief auch nicht so pralle, Tochter fühlt sich wohl, dann die Sache mit dem Terretorium, eigentlich will man das gar nicht das der Hund bellt, dann lässt man ihn doch, dann die Sache mit dem Husky wo dann alle auf die Hunde einschreien und zu guter letzt gab es dann noch Senge von der DS-Hündin. Dies alles ist mir aufgefallen und ist ganz wertfrei gemeint. Ich wüßte als Hund auch nicht so recht woran ich wäre und wo ich mal "nachfragen" sollte.
Vielleicht ist das kein großes Ding was da evtl. nicht ganz so rund läuft.
Christian Tintrup
 

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