Angst nach Attacke

Allgemeines zu Irish-Terriern, insbesondere ihre Erziehung und ihr Verhalten/ All about Irish-Terriers, especially training and behaviour.
[Moderator: Andreas Clauser]

Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Susanne Jans » Di 18. Jun 2013, 17:04

Hallo liebe Forenmitglieder

Zur Zeit haben wir 3 Herausforderungen mit unserem Hund und ich hoffe auf Ihre Erfahrung/Tipps.
Wie können wir diese Aufgaben lösen? Mein Mann meint, dass wir den Hund doch einfach
Hund sein lassen sollen, mag sein, er geht auch nicht Gassi.

Ich bin schon der Meinung, dass Sally gut sozialisiert wurde. Sie ist auf jeden Fall von der Grundtendenz eher ein etwas ängstlicher/zurückhaltender Hund. Ganz eindeutig ist sie gut drauf, wenn wir Menschen locker und gutgelaunt sind. Als Mutter bin ich das aber nicht immer. Mit 2,5 Jahren hat sie ja angefangen sich für die Jagd zu begeistern -
wir haben versucht dem mit Antijagdtraining entgegen zu wirken, bisher mit wenig Erfolg.
Auf jeden Fall kommen wir mit Clickertraining und positiver Bestärken eher voran wie mit Schimpfen. Letzteres verschlimmert ihre Verhalten nur.

Aufgabe 1
Auf dem Hundeplatz wurde sie im Mai von einer Schäferhündin „vermöbelt“. Diese wurde von ihrer Führerin lautstark von Sally heruntergepflückt. Äußerlich waren keine Spuren zu erkennen. Aber die ganze Sache hat sie
wohl so mitgenommen, dass sie keinen Bock auf Hundeplatz mehr hat. Sie springtaus dem Kofferraum, erkennt wo sie ist und schwups sitzt sie im Fußraum des Beifahrersitzes, im Sinne von „Lass uns heimfahren!“ Eigentlich dachten wir, dass es an der Schäferhündin liegen würde, letzten Samstag aber war die junge Hundeführerin mit einem anderen Hund auf dem Platz und hat – wie es ihre Art ist -ihrem Hund lautstark Kommandos gegeben, Sally hat nur noch den Schwanz eingezogen.
Es ist also auf die Stimme/Person bezogen. Die Stimmgewaltige hat dann versucht mit Leckerlis und ruhiger Stimme wieder Sally umzustimmen – war nicht möglich.
Meine Tochter möchte ja gerne endlich dort die Begleithundeprüfung ablegen und
weiterhin mit der Jugendgruppe Turnierhundesport betreiben. Aber so......

Danke für´s Hirnanstrengen bei 35 Grad im Schatten...

Susanne Jans
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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Maren Jurk » Di 18. Jun 2013, 21:36

Hallo Susanne,
In diesem Fall würde ich für eine Weile auf einen anderen Hundeplatz gehen, damit Sally und Deine Tochter weiter machen können und zwar locker und ohne an "dem Problem" arbeiten zu müssen. Ob es nun mehr der Ort, der Hund oder die Halterin ist, Sally hat dort Stress und das arbeiten mit ihr wird erst mal schwierig. Also für den Fall dass dies nicht zutrifft und sie ohne die andere Frau zu treffen locker ist und Spass hat könnt Ihr natürlich eine Absprache versuchen zu Zeiten wo die Frau nicht dabei ist.
Jedenfalls würde ich ihr erst mal eine Weile fröhlichen Hundesport verordnen und auf der Basis kann man irgendwann auch selbst wieder etwas lässiger damit umgehen und wieder versuchen am alten Platz zu arbeiten. Ich vermute nämlich, dass nicht nur Sally ein ungutes Gefühl hat, sondern auch ihr. Und wenn Ihr nicht gut drauf seid wirkt das beim Irish ziemlich stark.

Meine Erfahrung mit Raufereien ist übrigens, dass Hunde die psychisch gut wegstecken, meist deutlich besser als die HalterInnen.
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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Sabine Haumann » Mi 19. Jun 2013, 08:33

Hallo Frau Jans,

ich würde einfach auf dem entsprechenden Platz weiterarbeiten und daraus kein großes "Happening" machen, denn damit signalisiert man dem Hund in der Regel lediglich, dass es wohl irgendeinen Grund geben muß, sich dort merkwürdig zu verhalten ("Stimmungsübertragung" - gerade beim IT!).
Statt dessen würde ich Sally dort die soziale Sicherheit geben, dass dort in Ihrer Anwesenheit nichts Schlimmes mehr passiert und man dort einfach arbeiten kann.
Wechseln Sie den Platz und auf dem neuen Platz ist ihr dann auch irgendwas "gruselig", dürfen Sie dann den dritten Hundeplatz suchen etc....

Viele Grüße...
Sabine Haumann
 

Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Susanne Jans » Mi 19. Jun 2013, 13:29

Hallo Frau Haumann,
hallo Maren,


die laute junge Frau ist derzeit die Trainerin der Jugendgruppe. Es gab schon mal
einen Vorfall mit einem Husky, den Sally bestens weggesteckt hat. Auch hier wurde
gebrüllt um die Kampfhähne zu trennen.

Fakt ist, dass meine Tochter sich in der Jugendgruppe wohl fühlt. Sie möchte selbst
bisher nicht wechseln. Heute gehen wir wahrscheinlich nicht auf den Platz - pralle Sonne.
Dann wieder am Samstag um 10 Uhr.
Sehr interessant finde ich, dass sowohl Maren wie auch Frau Haumann schreiben,
dass die IT sehr feinfühlig auf Stimmungen reagieren. Weder ich noch meine Tochter
strotzen vor Selbstbewußtsein. Wir können also nur am Hund lernen.
Danke vorab, ich berichte, wie sich unser Mimöschen (nur dort) entwickelt.

Liebe Grüße
Susanne Jans
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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Susanne Jans » Mi 19. Jun 2013, 14:10

Ach ja, und ich möchte den Hundeplatz nicht wechseln, weil 2 Mitglieder sich
IT´s zugelegt haben. Sehr interessant!!

Susanne
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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Christian Tintrup » Mi 19. Jun 2013, 14:16

Susanne Jans hat geschrieben:Danke vorab, ich berichte, wie sich unser Mimöschen (nur dort) entwickelt.

Hallo,
nur mal so. Hunde sind sehr anpassungsfähig und merken schnell wenn was nicht stimmt (beim Führer)
Christian Tintrup
 

Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Susanne Jans » Mi 19. Jun 2013, 15:42

Hallo Herr Tintrup,

meine Tochter meinte, dass sie selbst ganz entspannt auf dem Platz sei...
Ich glaub ihr das auch.

schaun wir mal
Susanne Jans
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Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Sabine Haumann » Mi 19. Jun 2013, 16:06

Hallo Frau Jans nochmal...

Susanne Jans hat geschrieben:die laute junge Frau ist derzeit die Trainerin der Jugendgruppe. Es gab schon mal
einen Vorfall mit einem Husky, den Sally bestens weggesteckt hat. Auch hier wurde
gebrüllt um die Kampfhähne zu trennen.

Vielleicht fragen Sie die "junge Frau" auch einfach mal freundlich, wofür da herumgebrüllt werden muß. Sind die Hunde schwerhörig? ;)

Brüllen macht`s meist schlimmer oder bewirkt bestenfalls nichts. Und wieso kriegen sich die Hunde da denn überhaupt an die Köpfe?

Viele Grüße...
Sabine Haumann
 

Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Christian Tintrup » Mi 19. Jun 2013, 17:50

Entspannt sein oder sich nur so zu fühlen sind zweierlei.
Einem Hund können Sie da nix vormachen. ;)
Christian Tintrup
 

Re: Angst nach Attacke

Ungelesener Beitragvon Susanne Jans » Mi 19. Jun 2013, 18:14

Also,

wenn die Schäferhündin auf den Platz kommt (natürlich an der Leine) wird schon immer gewarnt:
"Achtung, da kommt die X, macht all Platz!" Mein Sohn hatte Sally an der Leine neben sich sitzen,
die andere Hündin saß auch neben Frauchen (auch Leine) . Der Abstand war ihr nicht groß genug, mit einem
Satz war sie auf unserer. Meine Tochter hätte wahrscheinlich mehr Abstand gehalten,
Sohnemann hat nicht so die Erfahrung. Er war auch gar nicht geschockt, sondern fand es toll wie tapfer
sich Sally gewehrt hat.

Das mit dem Schreien ist mir schon oft aufgefallen. Vor allem die Schäferhunde scheinen taub zu sein,
es ist natürlich schon erstaunlich, wie sie sich dann bei "Platz" und "Sitz" in den Boden reinschmeißen.
Doch, ich werde mal anregen, ob es nicht auch anders geht.
Uns wird eher vorgeworfen, dass wir nicht "hart" genug mit unserem Hund umgehen.

Der 1. Vorfall war eindeutig Resourcenverteidigung von Sally.
Es war Spielpause in der Jugendgruppe, d.h. der Hundeführer beschäftigt sich mit dem Hund.
Meine Tochter wollte ihr ein Spielzeug schmackhaft machen, Belohnung mit Leckerlis.
Da kam der Husky heran, um zu sehen, was da gibt. Sally hat ein "hau ab" gebellt, das hat dann der
Husky sich nicht gefallen lassen. Die Hunde haben sich dann zähnefletschend lautstark umkreist.
Die Frauchen haben "Aus" gerufen, bis nach ca. 10 sec. die Hunde aufgehört haben.

Die Zuschauer sind dann immer ganz baff, wie sehr sich der Irish wehren kann.

"A little too ready", fällt mir dazu dann ein.


schwitz, zerlauf
Jans
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