Aufgabe 2 - Fixieren

Allgemeines zu Irish-Terriern, insbesondere ihre Erziehung und ihr Verhalten/ All about Irish-Terriers, especially training and behaviour.
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Aufgabe 2 - Fixieren

Ungelesener Beitragvon Susanne Jans » Di 18. Jun 2013, 17:08

und weiter geht´s :

Aufgabe 2
Dieses Fixieren bei neuen Hundebegegnungen. Zu 80 % kommt sie mit allen anderen, ob groß oder klein - auch schwierigen – Hunden zurecht. Aber sie kommt sehr steif rüber, was vor allem kleinere Hunde erschreckt. Wenn diese dann quitschen, scheint ihr Jagdinstinkt aktiviert zu werden. Wir hatten auch mit unserer Trainerin im Winter Einzelstunden. Sie meinte, dass Sally ein toller Hund sei – mit leichter Tendenz zum Pöbeln.

Einfach hinnehmen??

Danke
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Re: Aufgabe 2 - Fixieren

Ungelesener Beitragvon Maren Jurk » Di 18. Jun 2013, 21:41

Meinst Du wenn sie an der Leine ist, oder wenn sie frei läuft?
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Re: Aufgabe 2 - Fixieren

Ungelesener Beitragvon Susanne Jans » Mi 19. Jun 2013, 14:09

Hallo Maren,

oh, sie kann beides Mal fixieren. Mehr an der Leine. Ich würde sie da gerne rausholen, was
am Anfang gelang, zur Zeit nicht. Dieses Verhalten tritt auf jeden Fall mehr in unserem
Spaziergangradius auf.

Sie pöbelt zur Zeit eine Malteserhündin an. Die Halterin hat mir zugerufen, ich soll sie freimachen.
Als Sally ankam im Fixiermodus, hat die Halterin sich geschickt immer in den Blick gestellt, Sally hat sich
beruhigt und die 2 haben sich friedlich beschnüffelt. Dies ging 2 Mal so gut, gestern kam aber
ein Radfahrer dazwischen und schwupps wurde die schreiende Hündin länger gejagt und
verbellt.

Ziel für mich wäre, dass sie lernt einfach an Hunden, die sie nicht mag vorbeizugehen.
Ist dies aus hündischer Sicht zuviel verlangt?
Danke
Susanne
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Re: Aufgabe 2 - Fixieren

Ungelesener Beitragvon Ingrid Schreiner » Mi 19. Jun 2013, 17:04

Susanne Jans hat geschrieben:
Ziel für mich wäre, dass sie lernt einfach an Hunden, die sie nicht mag vorbeizugehen.
Ist dies aus hündischer Sicht zuviel verlangt?


Hallo Frau Jans,

Sie "pöbelt diese Hündin nicht deswegen an, weil sie sie nicht mag", sondern weil sie aus ihrer ( Sallys Sicht) einfach ein geeigneter Hund ist, um die eigene ( neu erwachte, da erwachsen geworden) Dominanz raushängen zu lassen und an einem geeigneten Hund zu erproben. Schön klein und läuft bestenfalls ( aus Sallys Sicht ) auch noch quietschend weg und man kann hinterher jagen. :shock: das poliert das Selbstbewusstsein ungemein... ( aus Sallys Sicht)!
Wenn Sie das nicht wollen, müssen sie unterbinden, dass sie anschleicht, fixiert oder auf dem Boden lauernd liegen bleibt. Eben lernt, dass SIE das nicht dulden, dass sie so ein Verhalten zeigt.
Vielleicht geht dies als Trainingseinheit in Absprache mit einem anderen Hundebesitzer, aber vorher ganz genau schlau machen, wann man sich dann wie verhalten muss als Hundeführer.

Herzliche Grüße
Ingrid Schreiner
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Re: Aufgabe 2 - Fixieren

Ungelesener Beitragvon Christian Tintrup » Mi 19. Jun 2013, 21:57

Hunde sind nicht dominant! ! Dominanz ist eine Eigenschaft einer Beziehung - nicht eines Individuums.
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Re: Aufgabe 2 - Fixieren

Ungelesener Beitragvon Irene Sommerfeld-Stur » Mi 19. Jun 2013, 22:06

Christian Tintrup hat geschrieben:Hunde sind nicht dominant! ! Dominanz ist eine Eigenschaft einer Beziehung - nicht eines Individuums.


Dominante Beziehungen????????? Wie soll das denn gehen?

Einigen wir uns vielleicht darauf, dass in einer Beziehung zwischen zwei Individuen situationsbezogen einer dominant sein kann. In einer anderen Situation kann es dann wieder der andere sein.
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Re: Aufgabe 2 - Fixieren

Ungelesener Beitragvon Ulrich Nink » Mi 19. Jun 2013, 22:58

Ich glaube was Christian uns sagen will ist,
dass Dominanz keine angeborene Charakter-/ Persönlichkeitseigenschaft ist. Der Einzelhund kann eigentlich nicht dominant sein – wem gegenüber auch?

Eine Hundetrainerin wollte/will mir auch immer einreden, dass Asterix dominant wäre – nur weil er sich gegenüber anderen Hunden/Rüden (auch Größeren/Stärkeren) nicht anmachen lässt und ihnen erhobenen Hauptes und aufgestellter Rute gegenüber steht.

In der großen Meute ist Asterix dagegen sehr verträglich, eher zurückhaltend. Wird er aber angemacht, egal ob verbal oder tatsächlich geht auch er zur Sache und verkauft sein Fell so teuer wie möglich. Bravo gut gemacht!!!! :D

Und übrigens das Fixieren machen Mutter Collena und Sohn Asterix auch untereinander. Möglicherweise hat es etwas damit zu tun, dass Hunde sich auf „größere“ Entfernung einfach nicht erkennen. Umso größer ist die Wiedersehensfreude nach einem getrennten „Spaziergang“. :D

Uli Nink
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Re: Aufgabe 2 - Fixieren

Ungelesener Beitragvon Irene Sommerfeld-Stur » Do 20. Jun 2013, 10:36

Hallo Uli!

Ulrich Nink hat geschrieben: Der Einzelhund kann eigentlich nicht dominant sein – wem gegenüber auch?


Warum kann ein Einzelhund nicht dominant sein? Und wem gegenüber: na einem anderen Hund gegenüber oder einem Menschen.

Dominanz ist sicher keine generelle Eigenschaft eines Hundes kann aber doch eine situationsbezogene Verhaltensweise sein. Wenn Kayleigh sich dazwischendrängt, wenn ich mit Ivy schmuse, dann zeigt sie in dieser Situation domianntes Verhalten weil sie ihren Anspruch auf Streicheleinheiten gegenüber Ivy durchsetzt. Und wenn ich Kayleigh einen Knochen den sie beim Spazierengehen findet, wegnehme, dann zeige ich ihr gegenüber dominantes Verhalten, weil ich meinen Anspruch auf den Knochen durchsetze. Und wenn Kayleigh das Körbchen verlässt weil Ivy hineinwill, dann zeigt in diesem Fall Ivy dominantes Verhalten, weil sie ihren Anspruchauf den Liegeplatz durchsetzt.

Und in gewisser Weise ist dominantes Verhalten schon auch persönlichkeitsbezogen. So wird ein selbstbewusster, sicherer Hund eher dominantes Verhalten gegenüber einem unsicheren Hund zeigen als umgekehrt.

Ich vermute in diesem Zusammenhang auch das "Geheimnis" der sogenannten Hundeflüsterer. Die treten dem Hund gegenüber so selbstbewusst und sicher auf, dass es den meisten Hunden klar ist, dass hier der Mensch den Erstanspruch auf Ressourchen hat.

Viele Grüße

Irene
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Re: Aufgabe 2 - Fixieren

Ungelesener Beitragvon Sabine Haumann » Do 20. Jun 2013, 11:30

Irene Sommerfeld-Stur hat geschrieben:Warum kann ein Einzelhund nicht dominant sein? Und wem gegenüber: na einem anderen Hund gegenüber oder einem Menschen.

Hallo Irene,

so ist das m.E. nicht gemeint, sondern ein einzelner Hund im Sinne von alleine! Das Konstrukt "Dominanz" (wie andere solcher so genannten "psychologischen Dopplungen") macht nur Sinn in Bezug auf ein Gegenüber, genau so, wie du es letztlich beschreibst.
Und ich stimme dir da grob zu, wenn du sagst:
Irene Sommerfeld-Stur hat geschrieben:...kann aber doch eine situationsbezogene Verhaltensweise sein.


Das Problem bei solchen Ettiketierungen ist letztlich nicht reine Wortklauberei, sondern es ergibt sich daraus oft eine deutliche Ungenauigkeit in der Beobachtung von Verhalten (weiß man in der Humanpsychologie schon lange und macht es deswegen nicht mehr): ist der Hund (oder auch Mensch) einmal als "dominant" (oder anderweitig) beschrieben, werden weitere Verhaltensweisen dem einfach ohne weitere Überprüfung zugeordnet und nicht mehr genau geschaut, ob das in einer anderen Situation / Kontext überhaupt oder ebenfalls zutrifft. Daher ist die reine Beschreibung von Verhalten oftmals nützlicher (im Gegensatz zur "Interpretation einer "Dominanz" oder Ähnlichem).
Wenn ich das anhand deines Beispiels einfach mal verdeutlichen darf:
Irene Sommerfeld-Stur hat geschrieben:Und wenn ich Kayleigh einen Knochen den sie beim Spazierengehen findet, wegnehme, dann zeige ich ihr gegenüber dominantes Verhalten, weil ich meinen Anspruch auf den Knochen durchsetze.

...oder sie hat einfach nur gelernt, dir Dinge abzugeben und dass es dabei gar nicht darum geht, wer über oder unter wem steht...

Irene Sommerfeld-Stur hat geschrieben:Und wenn Kayleigh das Körbchen verlässt weil Ivy hineinwill, dann zeigt in diesem Fall Ivy dominantes Verhalten, weil sie ihren Anspruchauf den Liegeplatz durchsetzt.

...oder Kayleigh hat in dem Moment einfach keine Lust auf das Körbchen bzw. daran, dort mit Ivy zu liegen oder das Körbchen ist ihr in dem Moment nicht mehr wichtig (situationsbedingt)...oder, oder, oder...
Letztlich kann man hier erstmal nur einen zeitlichen Zusammenhang herstellen ("Wenn Kayleigh das Körbchen verläßt, leg sich Ivy dort hinein"). Ein Kausalzusammenhang wäre hier genauso "nur" Interpretation wie das Zuschreiben einer geheimen Eigenschaft wie "Dominanz".
Und das wirft dann eher die Frage auf, inwieweit man dem einzelnen Hund damit noch gerecht wird.

Irene Sommerfeld-Stur hat geschrieben:So wird ein selbstbewusster, sicherer Hund eher dominantes Verhalten gegenüber einem unsicheren Hund zeigen als umgekehrt.

Wird er in der Regel eher nicht, weil er es nicht "nötig" hat. Ein selbstbewußter, sicherer Hund handelt eher sehr souverän und interessiert sich weniger dafür, was "das Fußvolk" genau macht. Der macht einfach "sein Ding" und tritt nur ernsthaft in Erscheinung, wenn es wirklich einen Grund gibt. Einem eh "unterlegenem" Hund gegenüber einen "auf dicke Hose" zu machen, wäre unökonomisch und dafür gäbe es aus Sicht des selbstsicheren Hundes wohl keine Grund...

Viele Grüße...
Sabine Haumann
 

Re: Aufgabe 2 - Fixieren

Ungelesener Beitragvon Irene Sommerfeld-Stur » Do 20. Jun 2013, 20:56

Hallo Sabine!

Bei solchen Themen besteht natürlich immer die Gefahr sich im Dschungel von Definitionen und Interpretationen zu verlieren. Schon gar wenn zwischen wissenschaftlichem Background und praktischem Alltagsleben eine mehr oder weniger große Kluft besteht.

Für die Frage ob Kayleigh mir etwas gibt, wenn ich es ihr wegnehmen will, ist es nicht ganz egal ob sie das tut weil sie akut das Interesse daran verloren hat oder weil sie einmal gelernt hat dass sie mir etwas geben muss, wenn ich es haben will. Denn aus meiner Sicht ist es wichtig, dass sie verlässlich reagiert und nicht je nach Lust und Laune. Und das muss ich ihr irgendwann irgendwie verklickern. Und das klappt schließlich nur, wenn sie mich als - sagen wir statt dominant einfach höherrangigen Partner begreift.

Mir war übrigens schon lange bevor der Begriff Dominanz in Ungnade gefallen ist, rein aus der Beobachtung meiner verschiedenen Hunde, klar, dass diese Dominanz oder wie immer man das nennen will, eine absolut situationsbezogene Sache ist. Sozusagen eine Vereinbarung zwischen den Hunden die ihre gegenseitigen Prioritäten respektieren. Und auf dieser Basis harmonisch zusammenleben können. Und das lässt sich m.E. auf die Mensch-Hund-Beziehung genauso umsetzen wie auf die Mensch-Mensch-Beziehung.

Was den selbstsicheren Hund betrifft: Du hast schon recht, der braucht den "Chef" nicht raushängen lassen. Aber wenn es um die Verteidigung von Ressourcen geht wird der sehr wohl seine Interessen durchsetzen. Da wäre wohl alles andere kontraproduktiv. Im Idealfall hat er es nicht nötig, wenn der jeweils andere ohnehin weiß wer das Sagen hat oder wem der aktuelle "Goldbarren" zusteht. Aber wenn der andere Ansprüche erhebt.....dann gibt es zumindest einen Konflikt.

Viele Grüße

Irene
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