Buzzer

Allgemeines zu Irish-Terriern, insbesondere ihre Erziehung und ihr Verhalten/ All about Irish-Terriers, especially training and behaviour.
[Moderator: Andreas Clauser]

Buzzer

Ungelesener Beitragvon Anke Mieth » Sa 22. Jun 2013, 22:41

Dacey (Hund meiner Mutter) ist inzwischen 11 Jahre alt und mit allen möglichen Wassern, die das Leben so zu bieten hat, gewaschen.
Sie ist eine sehr souveräne, gestandene Hundepersönlichkeit, die sich weder leicht ins Bockshorn jagen lässt, noch in irgendeiner Art und Weise auf überraschende Situationen unangemessen überreagiert - kurzum:
Ein selbstsicherer, erfahrener, ruhiger, ausgeglichener Hund.

Selbstverständlich gehört das allabendliche Fernsehprogramm zu ihrem Leben dazu, welches bei allen möglichen Sendern seit Jahren nicht mehr ohne "Buzzer" auskommt.

Seit ungefähr einem Vierteljahr beobachtet meine Mutter, dass Dacey offensichtlich auf Geräusche aus dem Fernseher mitunter "komisch" reagiert, sich unter den Küchentisch verzieht, aufgeregt hin und her läuft (als ob sie dringend raus muss) und wir haben lange darüber gerätselt, was dieses Verhalten auslösen könnte.

Inzwischen haben wir festgestellt, dass es tatsächlich konkret das Geräusch dieser "Buzzer" im TV ist, das Dacey dazu veranlasst, die ihr innewohnende Contenance zu verlieren.
Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass zum Einen dieses Geräusch vormals nie ein Problem für Dacey war, zum anderen, dass sie in letzter Zeit - naturgemäß - etwas schwerhörig zu werden scheint (das gilt aber niemals für Geräusche, die mit ihrem Napf in Verbindung stehen!).
Ganz sicher gehe ich davon aus, dass weder eine mangelhafte Sozialisation während der Aufzucht, noch die Lebensbedingungen in den vergangenen 13 Jahren die Ursache dafür sein können.
Auch hat Dacey niemals einen Grund oder die Möglichkeit gehabt, das Buzzergeräusch aus dem TV mit negativen Handlungen ihr gegenüber zu verknüpfen.

Meine naive Theorie dazu ist, dass der Hund im Alter offensichtlich eine andere Art von Hörverlust erleidet, als der Mensch.
Während bei uns Menschen wohl höhere und/oder niedrigere Frequenzen nicht mehr so gut wahrgenommen werden können, scheint es beim älteren Hund auch eine situativ verknüpfte selektive „Hörwahrnehmung“ zu geben; soll heißen, jedes Geräusch (z.B. im Napf) wird auch nach wie vor positiv mit „Futter“ assoziiert, während ein Fernseh-Buzzer – möglicherweise – „plötzlich“ als eine Art „weit entferntes Knurren“ wahrgenommen wird und entsprechend mit unruhigem Verhalten beantwortet wird.

Kann Jemand dazu mit eigenen/anderen/bestätigenden Erfahrungen etwas sagen?
Beste Grüße,
Anke Mieth und Finca mit Buffy und Dacey im Herzen

Leben ist das, was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben. (Henry Miller)
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Re: Buzzer

Ungelesener Beitragvon Elke Leonhardt » So 23. Jun 2013, 07:25

Bei meinem vorigen Hund, einem Labbi-Mix, hatten wir genau dasselbe Problem.
Zunehmende Schwerhörigkeit im Alter mit parallel dazu zunehmender Gewitter- und Silvesterempfindlichkeit.
Die letzten 2 Jahre konnte ein ehemals absolut geräuschunempfindlicher Hund Gewitter nur noch zitternd in unseren Armen überstehen.
Ich glaube auch, dass bestimmte Frequenzen eine Rolle spielen, aber auch Vibrationen.
Übrigens ist das bei der Altersschwerhörigkeit des Menschen ähnlich: zuerst gehen die hohen Frequenzen verloren, deshalb braucht man die meisten nicht anzuschreien, man muss einfach tiefer sprechen.
Gruß Elke mit
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Wenn wir nicht auf die Gefühle anderer achten, haben wir keine Richtschnur für unser Verhalten.

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Re: Buzzer

Ungelesener Beitragvon Irene Sommerfeld-Stur » So 23. Jun 2013, 08:26

Hallo Anke!

Ich habe das bisher bei allen meinen Hunden beobachtet, dass die mit zunehmendem Alter gegenüber bestimmen Geräuschen (Donner, Sylvesterknaller, Schüsse) empfindlich geworden sind, auch wenn sie primär völlig schussfest waren. Lediglich Shira, meine Japanspitzhündin war dann in ihren letzten Jahr schon so taub, dass ihr auch Knaller nichts mehr ausgemacht haben.

Ich vermute, so ähnlich wie Du, dass das auf altersbedingten Veränderungen im Ohr beruht, die möglicherweise dazu führen dass bestimmte Frequenzen als unangenehm odeer sogar schmerzhaft empfunden werden.

Und ich vermute auch noch weiter, dass bei schussscheuen Hunden bereits in der Jugend ähnliche Veränderungen - vielleicht sogar angeboren - vorliegen. Und dass daher Schussscheue beim jungen Hund nicht primär eine Angstsymptomatik ist sondern denen tun bestimmte Geräusche einfach weh.

Viele Grüße

Irene
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Wenn etwas einen Irish Terrier übertreffen kann...dann ist es ein zweiter....in jeder Hinsicht......;-))
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