Zum Thema "Sonntagsjäger"

Allgemeines zu Irish-Terriern, insbesondere ihre Erziehung und ihr Verhalten/ All about Irish-Terriers, especially training and behaviour.
[Moderator: Andreas Clauser]

Re: Zum Thema "Sonntagsjäger"

Ungelesener Beitragvon Sabine Haumann » Mo 15. Jul 2013, 18:41

Hallo Irene,

Irene Sommerfeld-Stur hat geschrieben:Die "gefühlte Armada" von Leuten, die mit ihren Hunden einfach zusammen leben und das auch so kommuniziert, hat jedenfalls genau so ein Recht darauf darüber zu reden wie diejenigen, die mit ihren Hunden mehr Aufwand treiben.

Ja klar, nur gilt es eben auch umgekehrt! Und da sehe ich hier auch nur wenig Toleranz.

Irene Sommerfeld-Stur hat geschrieben:Vielleicht sollte man aber auch einfach akzeptieren dass der Begriff "Diskussion" ja bereits impliziert, dass es zu einem Thema zwei oder mehr jedenfalls unterschiedliche Meinungen und Standpunkte gibt.

S.o.!

Irene Sommerfeld-Stur hat geschrieben:Mit Kindergartengezicke hat das jedenfalls nichts zu tun.

Das ist auch nur lediglich meine Meinung dazu und die müßte dann doch auch geäußert werden dürfen, oder? Obwohl das inhaltlich eher in den internen Teil gehören würde - aus meiner Sicht.

Irene Sommerfeld-Stur hat geschrieben:Wenn ich auf dem Standpunkt stehe, dass mir andere als meine Standards egal sind, dann verweigere ich im Grunde von vorneherein die Diskussion.

"Egal" meinte ich bezogen auf die Tatsache, dass es mich nichts angeht, wie letztlich andere Menschen mit ihren Hunden umgehen. Das war vermutlich mißverständlich ausgedrückt.
In einer Diskussion gehe ich zunächst einmal davon aus, dass sich der- oder diejenige irgendetwas bei ihrem Beitrag gedacht hat - ganz wertneutral und vollkommen unabhängig davon, ob ich diese Gedanken teile oder nicht - und da finde ich es legitim, auch noch ein oder zweimal nachzufragen, worin genau dieser Gedanke dann besteht und möglicherweise auch, wie er entstanden ist (z.B. aufgrund welcher Informationen, Beobachtungen etc.). Einfach nur, um das, was geschrieben wird, besser verstehen zu können, weil die Schriftform eben - wie du auch schreibst - sehr schnell mißverständlich sein kann.
Wenn dann aber keine Antworten kommen, die das Ganze etwas erhellen und stattdessen der zuvor als Fakt dargestellte Gedanke einfach nur wiederholt wird, erlaube ich mir hin und wieder den Rückschluß, dass das eben leider nur heiße Luft ist und das interessiert mich dann tatsächlich nicht mehr (der Gedanke, nicht der Mensch, der Hund oder die dargestellte Idee an sich). Denn genau an dem Punkt geht es dann um das für mich unsinnige Gegenüberstellen von vermeintlichen wirklichen Wirklichkeiten und das verstehe ich - ganz persönlich - unter Kindergartengezicke!

Gibt es in der Genetik eigentlich auch so etwas wie "Fakten"? Meine ich jetzt ernsthaft, nicht rhetorisch! :roll:

Viele Grüße...
Sabine Haumann
 

Re: Zum Thema "Sonntagsjäger"

Ungelesener Beitragvon Irene Sommerfeld-Stur » Mo 15. Jul 2013, 20:03

Hallo Sabine!

Sabine Haumann hat geschrieben:Gibt es in der Genetik eigentlich auch so etwas wie "Fakten"? Meine ich jetzt ernsthaft, nicht rhetorisch! :roll:
Viele Grüße...


In der Genetik gibt es schon Fakten, in der Tierzucht muss man sich allerdings meistens mit Wahrscheinlichkeiten herumschlagen.

Und auch die Fakten in der Genetik erfahren von Zeit zu Zeit zumindest eine Auffrischung. Wenn man z.B. an die neueren Erkenntnisse der Epigenetik denkt.

Viele Grüße

Irene
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Wenn etwas einen Irish Terrier übertreffen kann...dann ist es ein zweiter....in jeder Hinsicht......;-))
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Re: Zum Thema "Sonntagsjäger"

Ungelesener Beitragvon Elke Leonhardt » Mi 17. Jul 2013, 11:01

Wie die meisten "Normal"-Hundehalter bin ich in Ausbidung und Wissenschaft nicht fit.
Mache mir aber meine Gedanken. Eine Frage, die ich mir stelle, ist: Es gibt ja Zuchten, wobei auf jagdliche Leistung hin gezüchtet wird, die Welpen auf Fähigkeiten und Interessen getestet und schon beim Züchter die Veranlagungen gefördert werden (z.B. http://www.weimaraner-traditionszucht.homepage.t-online.de/index.html )
Diese Jäger müssen doch später in Feld und Flur ihre Hunde auch unter -einigermaßen?- Kontrolle haben. Sonst würden sie sich ja gegenseitig die Hunde erschießen :roll:

Zum Thema Welpentests gab es dieses Jahr ein Seminar von Frau Feddersen-Petersen ( http://www.tasso.net/Tierschutz/News/TASSO-Seminar--Mensch-Hund--mit-Fachtierarztin-Dr ). War zufällig jemand da?
Bei BR-alpha ist auch ganz interessantes Interview mit ihr zu sehen http://www.br.de/fernsehen/br-alpha/sendungen/alpha-forum/dorit-feddersen-petersen-sendung-100.html
Gruß Elke mit
Brown eyed friend Alan

Wenn wir nicht auf die Gefühle anderer achten, haben wir keine Richtschnur für unser Verhalten.

Dalai Lama
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Re: Zum Thema "Sonntagsjäger"

Ungelesener Beitragvon Sabine Haumann » Mi 17. Jul 2013, 16:35

Hallo Elke,

danke für diesen Link (mit Dorit F.-P.)!! Sehr lesenwert (als pdf)!

Passend fand ich u.a. diese Stelle:
"Norten: Ich habe gerade zwei Bilder gesehen von Staffordshire Bull Terriern: Die
sahen eigentlich ganz lieb aus – vor allem einer an seinem 10. Geburtstag,
als er ein Schleifchen um den Hals gebunden hatte.
Feddersen-Petersen: Das sind Brenda und Macho, die sehr ruhig und freundlich in einer Familie
leben, die sehr gut sozialisiert sind und mit denen es ganz bestimmt keine
Probleme gibt. Diese Hunde sind selbstverständlich auch auf der
Kampfhundeliste, denn das sind eben Staffordshire Bull Terrier. Die Statistik
gibt es einfach nicht her, sagen zu können, dass eine bestimmte
Hunderasse eine Kampfhunderasse ist: Es sind nicht immer Angehörige
dieser Rassen, die fürchterliche Dinge anstellen. Es sind in aller Regel ganz
normale Haushunde und eben auch Mischlinge, die zugebissen haben. Die
Kausalität ist eine viel, viel verzwicktere, viel problematischere. Ursächlich
verantwortlich ist immer der Mensch, der Züchter, derjenige, der die Hunde
verwirrt, sodass sie sich nicht adäquat entwickeln. Sie sind nicht in der
Weise an Menschen gewöhnt, dass sie sich in der Kommunikation mit
Menschen entwickeln könnten. Ursache dafür ist der Mensch, der die
Hunde einsperrt, der sie zu reizarm hält, der sie nicht erzieht, der sie
vermenschlicht und einfach so laufen lässt, also dem Hund sozusagen die
Entscheidungshoheit in der Familie überlässt.

Norten: Beim Thema Vermenschlichung muss ich jetzt aber sofort wieder an diesen
Hund mit dem Schleifchen denken. Denn aus meiner Laiensicht wäre das
doch auch eine Vermenschlichung.
Feddersen-Petersen: Ja, aber das ist nur der oberflächliche Eindruck, denn diese Hunde dürfen
durchaus Hunde sein: Sie toben herum usw. Sie sind aber auch erzogen
und belästigen daher niemanden, sie ängstigen niemanden und sie beißen
niemanden. Hunde, die vielleicht keine Schleifchen tragen, die aber
überhaupt nicht erzogen sind und die vom Besitzer in ihrem Verhalten
überhaupt nicht beeinflusst werden können, belästigen sehr wohl
Menschen.
Sie sind es, die in bestimmten Situationen dann eben auch eine
Gefahr darstellen. Ein Restrisiko ist immer vorhanden, das ist klar. Aber das
gilt ja für unser gesamtes Leben."
(Hervorhebungen von mir)

Viele Grüße...
Sabine Haumann
 

Re: Zum Thema "Sonntagsjäger"

Ungelesener Beitragvon Angela Wahner » Mi 17. Jul 2013, 20:08

Elke Leonhardt hat geschrieben:es gibt ja Zuchten, wobei auf jagdliche Leistung hin gezüchtet wird, die Welpen auf Fähigkeiten und Interessen getestet und schon beim Züchter die Veranlagungen gefördert werden


Da gibt es einige wenige bei uns in Deutschland, wobei es aber auch Irish Terrier aus Show-Linien gibt, die jagdlich erfährt werden.
Ich denke beim IT ist de Differenzierung zwischen Arbeits- und Showlinie nicht annähernd so fortgeschritten wie in anderen Rassen. Der Vater meine Hündin wird in Tschechien jagdlich geführt, das ist dort ganz normal. Ich kann bei ihr keine großen Unterschiede zu ihrer Mutter erkennen. Bekommt sie die Möglichkeit kann sie sehr ausdauernd und zielstrebig auf der Jagd sein. Mit 12 Wochen zeigte sie vorhandenes Wild im Gebüsch an, an dem die erwachsenen Hunde vorbei liefen. Das hat mich schon ziemlich beeindruckt , mit 16 Wochen war sie auf der Jagd außer Sicht. Oha dachte ich damals schon, aber letztlich ist sie es heute, die sich auf Kommando im jagdlichen Kontext dirigieren lässt.

Mit Sicherheit zeigen auch innerhalb eines Wurfes die Welpen unterschiedliche Veranlagungen in unterschiedlicher Ausprägung.

Soweit meine Erfahrung mit meinen Hunden.
Gruß, Angela Wahner
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Re: Zum Thema "Sonntagsjäger"

Ungelesener Beitragvon Elke Leonhardt » Mi 17. Jul 2013, 22:41

Mit Sicherheit zeigen auch innerhalb eines Wurfes die Welpen unterschiedliche Veranlagungen in unterschiedlicher Ausprägung.

Genau so hatte ich das auch verstanden.

Und die jagdlich besonders gut Veranlagten bildet man dann aus. Und dann?
Haben die Jäger Tricks, die andere nicht kennen? Oder können die ihre Hunde im Wald nie ableinen?
Gruß Elke mit
Brown eyed friend Alan

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Re: Zum Thema "Sonntagsjäger"

Ungelesener Beitragvon Angela Wahner » Do 18. Jul 2013, 08:38

Bei der Auswahl ist ja auch erst einmal entscheidend wie der Jäger seinen Hund später einsetzen möchte.
Und weiter, auch Jäger haben "nur" Hunde. Allerdings haben sie viel mehr Möglichkeiten mit dem Hund am Wild zu arbeiten und das stellt für mich einen großen Vorteil dar. Für unsere Hunde bleibt Wild stets das "geheimnisvoll verbotene".

Gruß, Angela Wahner
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Re: Zum Thema "Sonntagsjäger"

Ungelesener Beitragvon Sabine Haumann » Do 18. Jul 2013, 10:26

Hallo Angela,
du schreibst:
Angela Wahner hat geschrieben:Allerdings haben sie viel mehr Möglichkeiten mit dem Hund am Wild zu arbeiten und das stellt für mich einen großen Vorteil dar. Für unsere Hunde bleibt Wild stets das "geheimnisvoll verbotene".

Wieso haben Jäger viel mehr Möglichkeiten? Ich verstehe nicht ganz was du damit meinst: es liegt doch am Hundehalter, wie viel "Arbeit am Wild" er leistet, das läuft doch - sofern man nicht mitten in der Großstadt wohnt und diese mit dem Hund niemals verläßt - überall in der Natur frei herum.
Und wieso ist es dann für "unsere" Hunde das "geheimnisvoll Verbotene"? Für unsere/ meine Hunde ist es einfach ein Bestandteil der Umwelt, gar nicht geheimnisvoll. Und damit sind bestimmte "Umgangsformen" für meine Hunde verbunden: ähnlich wie man/hund keine kleinen Kinder anspringt, rennt hund auch nicht hinter Wild her. Eigentlich ganz einfach...

Elke Leonhardt hat geschrieben:Haben die Jäger Tricks, die andere nicht kennen? Oder können die ihre Hunde im Wald nie ableinen?

Einige haben sicherlich "Tricks", die so manch ein Privathundehalter auch nicht kennen möchte :shock: , die meisten bilden ihre Hunde aber sehr konsequent aus, auch gezielt hinsichtlich der individuellen Verwendung und wenn der Hund dann "nicht im Dienst" ist, kann er in der Regel auch abgeleint werden ohne sofort zu verschwinden... ;)

Viele Grüße...
Sabine Haumann
 

Re: Zum Thema "Sonntagsjäger"

Ungelesener Beitragvon Angela Wahner » Do 18. Jul 2013, 11:31

Sabine Haumann hat geschrieben:...es liegt doch am Hundehalter, wie viel "Arbeit am Wild" er leistet, das läuft doch ... überall in der Natur frei herum.


Eben das meine ich Sabine, es läuft frei herum und in knapp 100% der Fälle immer von uns weg. So kann Otto-Normal-Hundehalter nicht "am" Wild arbeiten, das meine ich. Der Jäger ist bestimmt auch nicht überaus begeistert, wenn ich mit den Hunden durchs Unterholz zackere um auf einer frischen Spur zu üben, bzw. direkt in den Kontakt gehe.

Besuche im Wildpark sind zwar mitunter reizvoll für die Hunde, aber leider ist z.B. ein Schleppleinentraining im Wildgehege nicht erlaubt. :roll:

Gruß, Angela
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Re: Zum Thema "Sonntagsjäger"

Ungelesener Beitragvon Sabine Haumann » Do 18. Jul 2013, 12:19

Hallo Angela,
verstehe jetzt zwar eher wie du das gemeint hast, nur
Angela Wahner hat geschrieben:es läuft frei herum und in knapp 100% der Fälle immer von uns weg.

ist das doch das Schöne, denn daran kann man üben... ;)
Allerdings setzt das auch ein gewisses Engagement vorraus: da macht man möglicherweise auch schon mal eine Trainingseinheit um 6.00 morgens...oder früher.

Angela Wahner hat geschrieben:Der Jäger ist bestimmt auch nicht überaus begeistert, wenn ich mit den Hunden durchs Unterholz zackere um auf einer frischen Spur zu üben, bzw. direkt in den Kontakt gehe.

Da haben wir hier das Glück, dass der Jäger durchaus begeistert ist und unsere Arbeit hier sehr konstruktiv und kooperativ unterstützt: ihm ist es nämlich lieber, wenn jemand gezielt daran arbeitet, dass der Hund das Wild in Ruhe läßt, als die Hundehalter, die einfach mal für "generell freie Entfaltung" ihres Hundes plädieren.
Bisher waren da alle Jäger hier sehr kooperativ, man muß sie sinnigerweise nur ansprechen...
Sabine Haumann
 

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