Tod im Rudel

Allgemeines zu Irish-Terriern, insbesondere ihre Erziehung und ihr Verhalten/ All about Irish-Terriers, especially training and behaviour.
[Moderator: Andreas Clauser]

Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Sabine Haumann » Sa 17. Aug 2013, 15:13

Hallo Irene,
Irene Sommerfeld-Stur hat geschrieben:Ich konnte den Tod eines Tieres immer gut akzeptieren wenn das Tier sein Leben ausgelebt hat, wenn es also im höheren Alter gestorben ist. Viel schlimmer ist es wenn ein junges Tier stirbt.

Da kann ich dir vollkommen zustimmen. Ich hadere hier punktuell auch immer noch mit dem Tod meiner Buhündin, wobei es natürlich rational betrachtet völliger Quatsch ist, dem Herrgott oder wem auch immer, den impliziten "Vorwurf" zu machen, dass sie unbedingt 4 Tage vor ihrem 5. Geburtstag gehen mußte...aber so sind Menschen nun mal.

Ein sehr guter Freund und auch Hundeliebhaber hat dazu mal den für mich einprägsamen Satz gesagt: "Den einzigen Nachteil, den Hunde wirklich haben ist, dass wir sie in der Regel überleben."
Auch sehe ich es heute als "Vorteil" an, dass ich durch die Hundezucht meiner Mutter von klein auf mit dem Thema Tod des eigenen Hundes immer wieder konfrontiert wurde; das macht es nicht weniger schmerzhaft, aber stellenweise akzeptabler.

Anläßlich des dritten Todestages meiner Buhündin jetzt im Juni hat eine sehr gute Freundin mir ein wirklich interessantes Buch zu dem Thema geschenkt, was das Ganze auf eine nette Art beschreibt:
http://www.amazon.de/Ente-Tod-Tulpe-Wolf-Erlbruch/dp/3888974615

Viele Grüße...
Sabine Haumann
 

Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Ulrich Nink » Mo 19. Aug 2013, 17:32

Hallo,

sorry, dass ich mich erst jetzt melde - aber Hunde gehen vor Forum! Insofern gehören die freien Minuten/Stunden insbesondere am Wochenende meinem Hund / unseren Hunden!

Da meine Frage zum Abschied von Zweibeinern offensichtlich zu Irritationen geführt hat kurz eine kleine Geschichte.
Meine Eltern hatten auf dem Lande auch einen Hund, echte Dokö´s. Vater war wegen eines schweren Herzleidens Frührentner, damit zu Hause und hatte eine entsprechend enge Bindung zu "seiner" Hündin (etwa so groß wie unsere IT).
Als er auf Grund seines Herzleidens viel zu früh verstarb (70er Jahre des letzten Jahrhunderts) hatte seine Hündin keine Chance sich von ihm zu verabschieden. Ich will die Gründe jetzt nicht näher erörtern - aber wahrscheinlich hatte meine Mutter andere Sorgen.
Jedenfalls wechselte die Hündin nach der Beerdigung wiederholt von unserem Grundstück zum Friedhof des Dorfes, welcher sich in knapp 1000m Luftlinie befindet und hielt sich dort oft über Stunden am Grab meines Vaters auf.

Deshalb die Frage, welche Chance haben unsere Hunde sich ggf. von einem geliebten Menschen, möglicherweise ihrem Rudelführer zu verabschieden?

Nachdenklich

Uli Nink
Ulrich Nink
 

Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Maren Jurk » Mo 19. Aug 2013, 19:40

Uli, das finde ich ganz erstaunlich, besonders wie die Hündin wusste dass es das Grab ihres Herrchens ist.
Einen Fall kenne ich, wo der Irish sein Frauchen im Sterben begleitet hat - sie starb morgens im Bett ganz unerwartet, und der Hund lag bei ihr.
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Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Ulrich Nink » Mo 19. Aug 2013, 20:47

Hallo Maren,

so richtig erklären kann ich (mir) das auch nicht. Zunächst gehe ich davon aus, dass die Hündin zutiefst verstört über den Verlust ihres "Rudelfdührers" war und in einem kleinen 160-Seelen-Dorf wie dem unseren war es das einzige frische Grab.
Dass Hunde eine sehr feine Nase haben ist nicht neu. Jedenfalls hatten wir (der Rest der Familie) fortan das Gefühl als ob die Hündin noch viel stärker als zuvor die Nähe ihres Rudels suchte, sie wurde immer anhänglicher.
Es bleibt die Frage, wie ermöglichen wir es unseren Hunden Abschied von einem zweibeinigen Rudelmitglied/Rudelführer zu nehmen?

Uli
Ulrich Nink
 

Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Anke Mieth » Mo 19. Aug 2013, 21:19

Man kann - soweit ich weiß - jeden Verstorbenen (Menschen) durch ein Bestattungsunternehmen für eine gewisse Zeit im eigenen Haus aufbahren lassen, selbst wenn dieser Mensch im Krankenhaus oder im Ausland verstorben ist.
Das böte dann die Gelegenheit, auch den/die Hunde den Tod des Menschen zur Kenntnis zu nehmen zu lassen.

Für den Fall des begleitenden Abschieds WÄHREND des Sterbens muss natürlich zunächst der Mensch die Chance haben, überhaupt im eigenen Zuhause (oder in einem Hospiz in dem Hunde erlaubt/erwünscht sind) zu sterben - was ohnehin die meisten Menschen anstreben.
Dann hängt bzgl. der Möglichkeit, dass der/die Hunde anwesend sind, bestimmt auch viel von den betreuenden Personen/Institutionen ab.

Ich denke, der Idealfall ist IMMER das Sterben zu Hause im gewohnten Umfeld der Familie, egal ob Hund oder Mensch.

Für mich selbst wünsche ich mir - eines möglichst fernen Tages- auf jeden Fall, dass ich nicht mit dem letzten Gedanken abtreten muss: "Was wird nun wohl aus ...?"
Außerdem hoffe ich, dass vielleicht in einigen Jahren die gesetzlichen Sterbehilfebestimmungen in Deutschland endlich dergestalt sein werden, dass die im Grundgesetz festgeschriebenen Paragrafen zur selbstbestimmten Lebensführung sich auch auf selbstbestimmtes Sterben erstrecken.
Dann rufe ich nämlich meinen Arzt an und lasse mich einschläfern, wenn ich nicht mehr mag oder kann.
Aber das ist natürlich ein ganz anderes Thema...
Beste Grüße,
Anke Mieth und Finca mit Buffy und Dacey im Herzen

Leben ist das, was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben. (Henry Miller)
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Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Judith Roenpage » Mo 26. Aug 2013, 23:12

Also - ich hätte da noch was: Mein Mann und ich waren vor ein paar Wochen mit Anton zur letzten Pippirunde unterwegs und kamen am Grundstück einer lieben Nachbarin vorbei. Tränenüberströmt erzählte sie von ihrem Hund, der ein Kamerad von Anton war, und dieser wurde am nachmittag eingeschläfert wegen epileptischer Anfälle. Sie bat uns noch ein wenig bei ihr zu bleiben. Wir blieben, obwohl schon müde, wollten sie aber nicht mit ihrem Kummer allein lassen. Wir sassen auf der Terasse und Anton? Der kam in regelmäßigen Anständen vorbei, um nach seinem toten Kumpel zu schauen. Ganz vorsichtig beschnüffelte er ihn und trollte sich dann wieder. Der Bruder unserer Nachbarin war inzwischen eingetoffen und hob das Grab für den Kumpel aus. Als wir ihn gemeinsam bestatteten, stand Anton die ganze Zeit daneben und regte sich nicht. Ich bin mir sicher - er hat sich verabschiedet, irgendwie und ganz leise und ist danach noch ein Stück " erwachsener " geworden.
Freundliche Grü0e
Judith Roenpage mit Anton
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