Tod im Rudel

Allgemeines zu Irish-Terriern, insbesondere ihre Erziehung und ihr Verhalten/ All about Irish-Terriers, especially training and behaviour.
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Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Diane Mueller Lopez » Do 15. Aug 2013, 08:52

Hallo ,schwere Kost zum Frühstück

Habe diesen Bericht eben auf Facebook gelesen und fand ihn sehr interessant, bisher habe ich noch nie darüber nachgedacht. Mich würde intressieren wie gerade die Mehrhundebesitzer diese Situation erlebt haben

Wie reagieren Hunde, darauf, wenn einer ihrer "Hundegefährten" stirbt

Ich habe durch eigenes Erleben viel über dieses Thema nachgedacht
viel dazu gelesen und für mich entschieden, dass die zurückbleibenden Hunde,
wenn es irgendwie möglich ist, ihren gestorbenen Freund noch einmal "beriechen", also Abschied nehmen dürfen.

Warum, aus Sentimentalität, nein natürlich nicht.

Ich habe schmerzhaft, wie ein Hund darauf reagiert hat,
dass auf einmal einer fehlte. Mickel, einer meiner Hündinnen ist völlig in sich zusammengebrochen, als Victor nicht mehr da war. Sie war unter 8 Wochen als sie zu uns und Victor kam und war drei als er starb.

Sie wusste ja nicht, dass er tot war.

Seitdem händeln wir es anders. Der tote Hund wird berochen, ausgiebig von denen, die zurückbleiben. Die Reaktion unserer Hunde, also Lottas und Mickels auf den Tod Pauls, einem „Nachfolger von Victor und Mickels Reaktion auf den Tod Lottas waren natürlich, instinktiv, gelassen, selbstverständlich, völlig unaufgeregt.

Ein Hund muss m. E. verstehen dürfen
was da geschieht, warum sich das Rudelgefüge so plötzlich verändern


Und ein Hund weiß instinktiv, dass der Tod natürlich ist,
Tod ist für ihn etwas Normales und Normalität gibt Sicherheit.

Dies mag in den Konstellationen nicht notwendig sein,
in denen das Rudel noch nicht so lange zusammen lebt
und oder das Rudel ständige Wechsel wie bei Pflegestellen oder Züchtern kennt.

Und mir ist bewusst, dass es nicht immer umzusetzen ist,
dass das Rudel nicht immer in der Nähe ist,
der Tod oder die Entscheidung so plötzlich in einer Tierarztpraxis fällt
oder auch das Rudel so groß ist, dass es nicht möglich ist,
sie Abschied nehmen zu lassen.

Aber wenn irgendwie möglich, sollten wir unseren Hunden die Chance zum Abschied geben."

LG Diane
Wer nicht fragt bleibt dumm
Diane Mueller Lopez
 
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Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Rita Hamann » Do 15. Aug 2013, 15:52

Als unsere Tessa mit 16,5 Jahren starb, hatte Lotti fast sechs Jahre und unsere Mila etwas mehr als ein Jahr
mit ihr zusammengelebt.
Tessa ging es sehr sehr schlecht. Als dann die Diagnose Nierenversagen feststand, haben wir sie beim Tierarzt
einschläfern lassen.
Wir haben sie dann mit nach Hause genommen, damit sich die Familie - auch die Hunde - verabschieden konnten.
Beide haben sie beschnuppert und angestubst. Lotti wußte offensichtlich sofort, was los war.
Mila, als Jungspund, war nur verwundert und spielte nachher aber einfach wie gewohnt weiter.
Lotti dagegen hat tagelang sehr getrauert. Sie fraß schlecht, saß nur noch in Tessas Körbchen, lag im Flur auf ihrer Decke und war nur schwer wegzubewegen. Nach zwei Wochen konnte ich es nicht mehr mit ansehen und habe dann alles weggeräumt und so langsam normalisierte sich unsere Lotti auch wieder.
Ich denke schon, dass einen Unterschied in der Trauer der Hunde macht, ob sie lange oder nur kurz zusammen
gelebt haben.

Grüße
Rita Hamann
Gruß
Rita Hamann
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Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Ingrid Schreiner » Do 15. Aug 2013, 16:40

Es gibt in einem Rudel immer Hunde die eine engere Beziehung zueinander haben als andere, auch wenn sie sich mit den anderen generell verstehen. Diese Hunde trauern dann auch nach meinen Erfahrungen mehr um denjenigen, der gestorben ist.

Meine Hunde haben jeden ihrer Rudelmitglieder, der gehen musste, tot beschnüffeln dürfen, was sie aber sehr vorsichtig und behutsam getan haben und waren auch bei der Beerdigung dabei. Nach meiner Meinung wissen sie ganz genau, was passiert ist.

In den nächsten Tagen sind alle Hunde hier immer sehr "verhalten" und ruhig gewesen und ich bilde mir das bestimmt nicht ein, ich habe es mehrfach beobachtet. Es kann natürlich auch sein, dass sich die allgemeine Stimmung der Menschen auf die Hunde übertragen hat. Es ging nicht soweit, dass ein Hund nicht gefressen hat, aber insgesamt schienen mir alle immer bedrückt, es wurde nicht oder wenig gespielt und man merkte gar nicht so sehr wie sonst, dass Hunde im Haus waren.

Soweit meine Erfahrungen.

Gruß
Ingrid Schreiner
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Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Sabine Haumann » Fr 16. Aug 2013, 12:45

Hallo zusammen,

ich habe das bei unseren Doggen immer als recht dramatisch erlebt, insbesondere die Hündinnen konnten sich bis zu drei Wochen mit diesem "verhaltenen" Rumschleichen - ähnlich wie Ingrid es beschrieben hat - aufhalten, haben oftmals in dieser Zeit sehr schlecht gefressen und waren auch sonst zu nicht viel motivierbar.
Bei den Terriern dagegen fand ich es immer einfacher.
Neben der Enge der Beziehung der Hunde zueinander erschien es aus meinen Beobachtungen ebenfalls wichtig (für die zurück gebliebenen Hunde), welche Funktion der verstorbene Hund in der Gruppe inne hatte: bei Wegfall der "leitenden" Hunde änderte sich viel mehr, als wenn ein "Mitläufer" verstorben war und fehlte ersterer, waren einige Gruppenmitglieder teilweise regelrecht "verwirrt".
Dieses Phänomen konnten wir auch beispielsweise bei Karla beobachten, nachdem meine Buhündin eingeschläfert werden mußte: Karla war ca. 3 Wochen punktuell sehr "orientierungslos", da die Buhündin ihr zuvor jahrelang "gesagt" hatte, wohin sie vorpreschen sollte (in unterschiedlichsten Situationen, z.B. Hunde verbellen, die bei uns am Zaun entlang gingen oder wo sich im Wald das nächste Reh befindet). Karla hatte sich anscheinend jahrelang darauf verlassen und stellenweise gar nicht mehr "selbst gedacht" bzw. beobachtet und so rannte sie dann anfangs oftmals in die völlig falsche Richtung, blieb dann unvermittelt stehen - weil da einfach nichts war! - und man sah regelrecht ein großes Fragezeichen über ihrem Kopf mit der Denkblase "Was mache ich hier eigentlich??"
Nach etwa drei Wochen hat sie dann angefangen, wieder selbst zu denken und zu gucken...

Viele Grüße...
Sabine Haumann
 

Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Maren Jurk » Fr 16. Aug 2013, 17:58

Wir haben damit auch schon eigene Erfahrungen gemacht. Bisher konnten glücklicherweise unsere Hunde zuhause eingeschläfert werden, da es vorhersehbar war. Das ist für alle der geringste Stress in einer sowieso schon schlimmen Situation.
Trauer nach dem Tod eines Rudelmitglieds habe ich bei den anderen Hunden nicht wirklich intensiv erlebt. Aber Abschiednehmen vorher, das schon. Bei Lucys Tod war es am auffälligsten. Ich meine es war ein Dienstagabend, an dem sie eingeschläfert wurde. Am Sonntag davor haben die anderen Hunde die meiste Zeit sehr ruhig verbracht, und haben in Lucys Nähe mit dem Kopf zu ihr hin gelegen. Es gibt einige Fotos davon, denn es war wirklich auffällig und sah wie Abschied nehmen aus. Und an dem Tag, an dem wir Lucy erlösen liessen, da waren sie ganz locker und fröhlich.
Interessant war auch, dass der Tierarzt, der es gemacht hat (es war ein anderer als sonst, die Vertretung von unserem) danach gefragt hat wie sich die anderen verhalten haben. Als wir es erzählt haben, dass sie sich bereits vorher verabschiedet hatten, hat er gesagt dass er so was schon öfter gehört hat.
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Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Maren Jurk » Fr 16. Aug 2013, 18:14

Ich will niemanden schockieren wenn ich jetzt Fotos davon reinstelle, sondern denke sie illustrieren wie der Tod zum Leben gehören kann.
27.9.2011
Bild1.jpg
Abschiedstag
Bild2.jpg
man ahnt es schon

28.9.2011
Bild3.jpg
sie wird bald ein Engel

29.9.2011
Bild4.jpg
sie hat es geschafft
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Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Ulrich Nink » Fr 16. Aug 2013, 19:37

...und wie ist das bei zweibeinigen Rudelmitgliedern? :cry:

Wer hat da Erfahrungen? Ich schon...

Ulrich Nink
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Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Maren Jurk » Fr 16. Aug 2013, 20:16

Was meinst Du damit, Uli?
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Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Sabine Haumann » Sa 17. Aug 2013, 09:00

Hallo Uli,

ich verstehe auch nicht genau, was du meinst: wie ein Hund reagiert, wenn ein Mensch stirbt oder ein Mensch, wenn ein Hund stirbt? Oder etwas ganz anderes...??

Viele Grüße...
Sabine Haumann
 

Re: Tod im Rudel

Ungelesener Beitragvon Irene Sommerfeld-Stur » Sa 17. Aug 2013, 10:20

Ich weiß zwar auch nicht so ganz genau, was Uli meint, aber ich antworte mal in dem Sinn, wie ich die Frage verstehe.

Ich habe schon oft die Erfahrung des Verlustes eines Tieres gemacht, Katzen, Hunde, Pferde, es ist nun mal in der Natur der Dinge, dass Tiere einen irgendwann mal verlassen. Für mich war es auch immer irgendwie ein Abschied von einem Teil des eigenen Lebens. Verbunden mit Trauer, aber auch mit Erinnerungen. Ich konnte den Tod eines Tieres immer gut akzeptieren wenn das Tier sein Leben ausgelebt hat, wenn es also im höheren Alter gestorben ist. Viel schlimmer ist es wenn ein junges Tier stirbt. So habe ich den Tod unserer Schapendoes-Hündin Dela, die wir mit dreieinhalb Jahren wegen einer unheilbaren Nierenerkrankung einschläfern lassen mussten, genau genommen bis heute nicht ganz verarbeitet. Sie wäre jetzt 10 Jahre alt und mir kommt immer wieder der Gedanke "sie müsste eigentlich noch da sein". Dela erscheint mir immer ein wenig wie ein unerfülltes Versprechen - das Leben, das sie nicht haben durfte, das Leben das wir nicht gemeinsam mit ihr haben durften - das hat eine Lücke hinterlassen, die kaum zu füllen ist.

Dela wurde auch von Ivy intensiv und lange betrauert. Das ging so weit dass wir uns auch um sie Sorgen machen mussten, sie fraß schlecht und hatte deutlich veränderte Blutwerte. Erst nach zwei bis drei Monaten hat sich das wieder normalisiert.

In dem Zusammenhang habe ich von jemandem, der gerade erst einen Hund mit fünf Jahren verloren hat einen sehr schönen Satz gehört: "Die Trauer darüber, dass er nicht mehr da ist wird aufgewogen durch die Freude darüber, dass er da war"
http://www.sommerfeld-stur.at
http://rubricanis.rubricanis.org/

Wenn etwas einen Irish Terrier übertreffen kann...dann ist es ein zweiter....in jeder Hinsicht......;-))
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