Feind für´s Leben?

Allgemeines zu Irish-Terriern, insbesondere ihre Erziehung und ihr Verhalten/ All about Irish-Terriers, especially training and behaviour.
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Feind für´s Leben?

Ungelesener Beitragvon Susanne Jans » Mi 18. Sep 2013, 21:13

Schade, jetzt ist es passiert.

Gestern beim Laufen mit meiner Tochter hat Sally eine Corgi-ähnliche Hündin attackiert.
Beide Hunde waren frei, da bisher im Freilauf nichts passiert ist hat meine Tochter
den Hund auch nicht hergerufen und wußte leider nicht, dass Sally genau diese Hündin
schon angeleint nicht mag.

Heute traffen wir bei der Frührunde im großen Rudel auf 2 Shelties. Mit dem Rüden hat
unser Hund sich schon mal um ein Leckerli gezofft. Es nervt, dass er immer aufgeregt bellt
(Hütehund muss zusammentreiben). Eigentlich dachte ich, dass Sally wieder gut auskommt
mit dem Rüden, es gab schon einige normale Spaziergänge miteinander.
Dann kam das freie Feld und die Hunde wurden abgeleint, nur die Shelties nicht.
Ein alter Dobi kam entgegen, dem Sheltie rutschte ein "Wuff" raus, Sally machte auf der
Stelle kehrt und rupfte ihm einige Strähnen von seiner Fellpracht raus.

Uns erschreckt doch diese (anscheinend) plötzliche Aggresivität, ohne Warnung, zack-zack.
Beiden Hunden ist nichts passiert. Und beide Damen waren noch sehr freundlich....
Jetzt hab ich Bedenken, dass die 1. Hündin vielleicht mal unvermittelt um die Maisfeldecke
kommt, unser Hund dann frei ist und wieder los legt.
Das Frauchen vom Sheltie ist ganz hoffnungsvoll "Das wird wieder!" , ist es aber nicht so,
dass einmal Feind, immer Feind??

Danke
Susanne Jans
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Re: Feind für´s Leben?

Ungelesener Beitragvon Tanja Froehlich » Mi 18. Sep 2013, 23:12

Hallo Frau Jana,

Ja, das gibt es.

Unsere Happy ist auch kein Everybodys-Darling-Hund. Aber solange alle bei ihr im Abstand bleiben und sie nicht anschnüffeln, ignoriert sie das.

ABER. 1 Feind hat/hatte sie. Ein kleinen schwarzen Mix. Der auch sehr "laut" und aufgeregt ist. Da wurde sie aus dem Nix zur Furie.

Achten Sie einfach mehr auf Ihre Sally und nehmen sie sie an Biegungen ran oder an die Leine.
Es ist kein MUSS, das sie alle Hunde immer mögen müssen.

Grüße
Tanja Fröhlich
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Re: Feind für´s Leben?

Ungelesener Beitragvon Birgit Ahrens » Do 19. Sep 2013, 09:40

Hallo Fr. Jans,

erst einmal grundsätzlich...., „man kann und muss nicht jeden mögen“. Oder geht es Ihnen da anders ?

Das der Sheltie Rüde ein Feind ist, glaube ich nach Ihrer Situationsbeschreibung nicht. Ihm stand es nur, nach Meinung Ihrer Hündin, einfach nicht zu, in der Situation das Maul aufzureißen. Ich würde dies als kurze Klarstellung Ihrer Hündin sehen, mehr nicht.
Nach dem Motto, „halt die Klappe, du bist jetzt nicht gefragt“.

Feindbilder bauen sich nicht spontan auf und es sind manchmal nur körpersprachliche Nuancen, die der Mensch oft (leider meisten) gar nicht mitbekommt, um es von Begegnung zu Begegnung hochkochen zu lassen.

Welche „Voraussetzungen“ ein anderer Hund mitbringen muss, um bei dem Eigenen als Freund zu gelten, ist sehr verschieden und nicht immer gleich ersichtlich.
Oft verstärkt es auch die Anspannung des Hundeführers, beim Anblick des vermeintlichen „Feindes“.
Ein Beispiel aus eigener Erfahrung.
Als Außenstehender könnte man meinen, mein Rüde hätte alle Golden Retriever auf dem Kieker.
Das ist natürlich ein großer Trugschluss. Natürlich mag er nur die 2 Rüden nicht so gerne, da sich diese, beim Aufeinandertreffen immer aufbauen wie die Gockel. Das kann einen Terrier schon mal aus seiner Contenance bringen.Einmal ist es auch schief gegangen, der Golden Rüde befand sich im einem uneinsichtlichen Seitenweg aber meiner hat ihn gerochen. Und eh´ich mich versah, bog er ab und die Beißerei war passiert.
Da ich, als kurzsichtiges Etwas, von weiten nicht gleich einordnen kann, ob es einer der beiden Rüden oder eine der 4 Hündinnen ist (die er mag), leine ich ihn erst einmal an und schaue beim näher kommen gespannt, wer es denn nun ist. Diese Anspannung überträgt sich gleich auf meinen Hund. Manchmal ist er dann sichtlich verwirrt, da ER schon genau weiß wer da kommt. Doch er baut sich auf, weil ich es innerlich auch tue, obwohl es manchmal auch „Freund“ ist, die da auf uns zu kommen.
Dies sind selbstgemachte Leiden, dass weiß ich. Oft wünsche ich mir, ich könnte wenigstens besser sehen, wenn ich es schon nicht riechen kann :-) um meinen Hund nicht zu verwirren :oops: .
Oft scheint schon der Gedanke „Mist, der schon wieder“, die gelbe Lampe beim Hund einzuschalten. Sie sind eben sehr feinfühlig.
Der Feind aller Rüden unseres Dorfes schlechthin, ist ein „armer“ Parson Russell. Arm deshalb, da er als Besitzer zweier älterer (hundahnungslosen) Menschen, alles regeln muss. Er baut sich als Beschützer auf und die Besitzer bestärken sein Tun, durch ihr Tun. Er macht so einen Krawall, das er oft, am Abend das ganze Dorf aufweckt, gerät ein anderer Hund in sein Blickfeld. Er benimmt sich wie eine Furie. Dies ist ihm zwar schon 2 mal zum Verhängnis geworden ( er wurde innerhalb einer Woche von zwei Schäferhunden geradezu zerlegt), das hat seine Aggressionen allerdings nur verstärkt und nicht gemildert. Denn was ein richtiger Russell ist, „der passt auf seine Menschen auf“, komme was da wolle. Weil mir dieser Hund leid tut, mit seiner großen Aufgabe, die man ihm leider nicht abnimmt, habe ich meinem verboten auf die Anmache von ihm einzugehen. Das klappt auch ganz gut, da meine innere Einstellung dazu stimmt 8-) .
Unsere Ruhe verstärkt den Ärger auf der anderen Seite allerdings noch. Da der Besitzer sich ärgert über seinen keifenden Hund, der keine Rückmeldung von uns bekommt, fängt er an auf seinen einzureden. Nun „keifen“ sie zu Zweit. Schade, dass er das nicht so sieht.

Ich erzähle das nur, um einmal klar zu machen, dass es von vielen Sachen abhängt, ob sich Hunde verstehen oder auch nicht. Und FEIND ist da ein sehr großes Wort. Manchmal sind sie auch nur verschiedener Meinung, sie vertreten sie nur etwas radikaler wie die meisten Menschen.

Gruß, Birgit Ahrens
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Re: Feind für´s Leben?

Ungelesener Beitragvon Birge Vietor » Do 19. Sep 2013, 19:14

Hallo Frau Jans,
bei Hündinnen spielen der hormonelle Status und das Alter immer eine wichtige Rolle. Allerdings schaffen sie es manchmal auch ausserhalb dieser Phasen, einfach unausstehlich zu sein. Die persönliche Unsicherheit der Besitzer kann unglaublich viel bewirken. Wann ist es wirklich schlimm? Was ist für sie persönlich wirklich schlimm? Wie reagieren Sie auf das Verhalten Ihrer Hündin?
Ich bin weit davon entfernt, alles richtig zu machen, aber wenn Mädels zickig werden, sind oft auch Experten überfordert, damit meine ich mich nicht selbst!
Solange es keine Verletzungen gibt, sollten wir versuchen, unseren Hunden zu vertrauen.
Wir sind auch nicht immer friedlich...
Viele Grüße
Birge Vietor
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Re: Feind für´s Leben?

Ungelesener Beitragvon Susanne Jans » Do 19. Sep 2013, 22:13

Abend zusammen und Dank für die Antworten.

Klar mögen wir nicht alle, ich bin aber ein sehr nach Harmonie strebender Mensch (Waage),
so dass mich diese Wutausbrüche schneller und vor allem länger anhaltend bewegen.

Hormone spielen bei ihr (fast 4 Jahre) leider keine große Rolle mehr, sie ist aber sehr sensibel,
nach dem Vorfall mit dem Corgie-Mix hat sie den ganzen Tag verstärkt Nähe und
Aufmerksamkeit gesucht. Die Besitzerin des Mix hat sie ja angeschrien, woraufhin
sie verdaddert den Hund los lies und erst da war meine Tochter zur Stelle. Sally hat da
aber schon Abstand zur Gruppe genommen und kam nur zögernd wieder her.
Geschlagen oder riesig geschimpft wird nicht.

Bei den Shelties bin ich natürlich nicht so relaxt gewesen, so dass Sally über die
Leine "oh jetzt kommen die Beller wieder" sicherlich schon in Anspannung war.

Sie ist ja auch jagdlich motiviert. Könnte es sein, dass sie durch diese Prügelattacken
einen "Kick" davon bekommt, also Geschmack an der Sache findet?
Meine Befürchtung ist, dass sie weit weg einen Hund sieht, erkennt und entscheidet
nach vorne zu gehen und es passiert mehr.

Also können wir nichts weiter machen, wie Augen auf, vorausschauend laufen und
sehen (Frau Ahrens ich bin auch ziemlich blind), darauf setzen, dass der Hund
auch nach dem Rückruf kommt. Viele positive Hundebegegnungen suchen,
die haben wir mit 80 %. Man hat ja den Hund um daran zu wachsen...........
Danke nochmals
Susanne Jans
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Re: Feind für´s Leben?

Ungelesener Beitragvon Judith Roenpage » Do 19. Sep 2013, 22:42

Also - bei Anton hat es sich bewahrheitet - einmal Feind - immer Feind! Bestimmte Rüden mag er nicht , mochte er nicht und wird sie niemals mögen :shock: Allerdings beobachte ich auch, dass es an manchen Tagen einfacher ist, ihnen zu begegnen. Wenn ich ziemlich relaxt bin, ist er es auch! Stehe ich unter Spannung und verhalte mich anders, als üblicherweise, ist er auch ein anderer Hund!! Ich weiss es längst - der Hund ist immer nur so gut, wie ich es bin :) :)
Freundliche Grü0e
Judith Roenpage mit Anton
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