Beißen

Allgemeines zu Irish-Terriern, insbesondere ihre Erziehung und ihr Verhalten/ All about Irish-Terriers, especially training and behaviour.
[Moderator: Andreas Clauser]

Re: Beißen

Ungelesener Beitragvon Ingrid Schreiner » Do 31. Okt 2013, 09:16

Hallo Herr Kaminski und Frau Gayk,

naja, Frau Gayk sprach ja "vom Klischee der irischen Männer", d.h. ja nicht, dass Klischees unbedingt auf ALLE irischen Männer zutreffen... ;)
Mein erster Irish Rüde war aber exakt genauso und ich denke, noch eine Menge Rüdenbesitzer werden ihren Rüden in dieser Schilderung wiederfinden, wenngleich die Rasse (in ihrer Gesamtheit gesehen) in dieser Hinsicht etwas ruhiger geworden ist. Sicherlich spielt aber auch eine Rolle, dass sich heutzutage mehr diesbezügliche Mühe bei der Sozialisation und Erziehung der Welpen gegeben wird. Auch mein Charlie damals hätte in der Pubertät sicherlich eindeutigere Ansagen bekommen müssen, was "geht" und was nicht geht, ich habe da bestimmt Dinge versäumt zu klären... :shock:
Herr Kaminski, es gibt "rauftechnisch" ziemliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Rüden haben eindeutig die Nase vorn, was diese Neigung angeht... ;)
Übrigens hat dieses "Dare Devil"-Gehabe in Bezug auf männliche Artgenossen bei meinem Rüden niemals nur ansatzweise zu Aggressionen hinsichtlich Menschen aller Alterstufen geführt, dort war er ein Lamm vor dem Herrn! Der Tierarzt konnte selbst schmerzhafte Behandlungen völlig gefahrlos bei ihm ausführen, Kinder haben ihn im Puppenwagen spazieren gefahren und weiterhin konnte man Charlie jederzeit aus solchen Kämpfchen mit anderen Rüden "rauspflücken", ohne dass er nur nach Menschen geschnappt hätte. Passiert ist übrigens auf allen Seiten niemals etwas Ernsthaftes: Mehr als eine Schramme oder eine blutende Lefze hat es nie gegeben. Trotzdem war ein solches Verhalten natürlich für den Besitzer stressig, da stimme ich völlig zu!
Den Irish Terriern, die aber ja nunmal TERRIER sind, eine "Retriever-Mentalität" anzuzüchten, halte ich für falsch. Wer sich einen Terrier anschafft, muss auch zumindest damit rechnen, dass er sich wie ein Terrier benimmt.

Viele Grüße
Ingrid Schreiner
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Re: Beißen

Ungelesener Beitragvon Wilfried Kaminski » Do 31. Okt 2013, 10:15

Ingrid Schreiner hat geschrieben:naja, Frau Gayk sprach ja "vom Klischee der irischen Männer", d.h. ja nicht, dass Klischees unbedingt auf ALLE irischen Männer zutreffen... ;)


Diese Einschränkung habe ich glatt überlesen. Aber ob sich die Männer auf der grünen Insel vergleichsweise mehr prügeln als anderswo ist auch eigentlich egal - bei der dort vorherrschenden Witterung fast verständlich ;)

Ingrid Schreiner hat geschrieben:Wer sich einen Terrier anschafft, muss auch zumindest damit rechnen, dass er sich wie ein Terrier benimmt.


Als Halter habe ich ein Interesse den "Stresslevel" unten zu halten. Die Auseinandersetzung der Hunde untereinander ist das eine, das Verhalten und Empfinden der Besitzer das andere. Und da beginnen die Schwierigkeiten. Nicht jeder Besitzer findet es gut wenn mein Hund seinem nach überaus kurzer Bekanntgabe einen "überbretzelt". Da fehlt dann oft die Sachkenntnis auch wenn man seinen (immer noch angeleinten) Hund seit Jahren in die Schule schickt und ...

Aber gut. Auch unser Hund zeigt bisweilen Terrierverhalten ... so ist das ja nicht ;)
Gruß
Wilfried Kaminski
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Re: Beißen

Ungelesener Beitragvon Monika Becker-Knigge » Fr 1. Nov 2013, 19:52

Hallo zusammen,
vielen Dank für das Interesse an diesem doch unangenehmen Thema. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass mein Hund unangeleint war, als sie sich auf die andere Hündin stürzte. Es gab auch kein Gebell und Geknurre vorab, für mich also nicht vorhersehbar. Den anderen Hund hatten wir vielleicht 1mal vorher gesehen, da war mir nichts aufgefallen. Ähnliches ist eben auch vereinzelt in den letzten Jahren aufgetreten, jedes Mal ohne besondere vorherige Anzeichen. Meine Hündin ist ansonsten sehr angenehm und eher auch schüchtern. Leider ist bei ihr auch der Jagdtrieb recht ausgeprägt, ich muss daher im Wald überwiegend mit Schleppleine gehen.
Was kann ich Ihrer Meinung nach tun?
Monika Becker-Knigge
 
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Re: Beißen

Ungelesener Beitragvon Angela Wahner » Sa 2. Nov 2013, 09:28

Hallo Frau Becker-Knigge,

Ich denke die Gemeinschaft hier kann Ihnen keine konkreten Verhaltensegeln an die Hand eben, um Ihre Hündin (wie heißt sie eigentlich? ) durch solche Situationen zu führen. Dazu wäre es ratsam sich das Verhalten vor Ort anzuschauen.

Ansonsten finde ich den Hinweis von Frau Gayk auch sehr passend.
Wir müssen unsere Hunde als Hunde sehen und eben auch als Terrier, die sie nunmal sind. Dazu gehört auch mal etwas lautstarkes Getue, aus welcher Motivation heraus auch immer es kommt. Zeigt man selbst etwas Konfliktbereitschaft und akzeptiert den Hund so wie er ist kommt man auch gut damit zurecht wenn's mal etwas ruppiger wird.

Fergie hat es im Frühjahr vollbracht einem kleinen Pinscher zwei Löcher zu stanzen. Verkettung ungünstiger Umstände, ein Hund der am Zaun entlang kommt, ein falscherweise offenes Hoftor, 3 Hunde auf der anderen Seite. Sie liefen mit Getöse auf die Straße zum anderen Hund hin, Fergie fixierte den kleinen Hund mit Blick am Boden. Dieser zeigte Demut und alles war soweit gut, bis der Pinscher sich bewegte ... Aber nicht von sich selbst aus, sondern weil Frauchen ihn an der Leine herausziehen wollte. Danach sah ich einen Pinscher, der wie am Kettenkarussell im Kreis gedreht wurde bis Fergie ihn wieder auf den Boden holte. Bei dieser Aktion kam es offenbar zu den beiden Löchern im Rücken.

Ich hab aufgrund des Vorfalls nichts verändert, außer das Tor repariert ;)

Grüße, Angela Wahner
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Re: Beißen

Ungelesener Beitragvon Wilfried Kaminski » Sa 2. Nov 2013, 14:37

Monika Becker-Knigge hat geschrieben:Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass mein Hund unangeleint war, als sie sich auf die andere Hündin stürzte. Es gab auch kein Gebell und Geknurre vorab, für mich also nicht vorhersehbar.


Hallo Frau Becker-Knigge,
fast genauso habe ich es vor ca. drei Jahren bei unserem Hund erlebt. Ich hatte Herzi abgelegt und als die beiden Hunde auf gleicher Höhe war sprang Herzi plötzlch auf und... Mit bösen Folgen für Herzi die bei der Keilerei verletzt wurde. Interessanterweise trug der andere Hund keinerlei Blessuren davon. Es war wie gesagt unvermittelt und ist in den Jahren davor und danch nicht wieder vorgekommen. Ich hatte dieses Verhalten seinerzeit darauf zurückgeführt das Herzi einige Wochen vorher von einem "ähnlichen" Hund gebissen wurde. In der Zeit danach habe ich sehr auf die Körpersprache des Hundes geachtet, sowie bei fremden Hunden Herzi vorab lieber angeleint. Was ich bei angeleinten Fremdhunden weiterhin praktiziere, es sei denn man einigt sich auf "Freiheit" der Hunde wenn diese keinerlei ungewöhnliche Anzeichen zeigen - also sich entspannt zeigen. In den meisten Fällen hat Herzi sowieso wenig Interesse...

Ansonsten denke ich das Frau Wahner recht hat. Kommt das Verhalten häufiger vor sollte man schauen ob es dafür Gründe gibt.

Ich wünsche viel Erfolgt ....
Gruß
Wilfried Kaminski
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Re: Beißen

Ungelesener Beitragvon Christian Tintrup » Sa 2. Nov 2013, 15:12

Wilfried Kaminski hat geschrieben:Kommt das Verhalten häufiger vor sollte man schauen ob es dafür Gründe gibt.

Klar gibt es einen Grund dafür, nur er wurde nicht früh genug erkannt. Es soll kein Vorwurf sein.
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Re: Beißen

Ungelesener Beitragvon Birge Vietor » Sa 2. Nov 2013, 19:06

Hallo Herr Tintrup,
welchen Grund soll es in diesem Fall denn haben?
Für mich ist immer noch die Frage nicht beantwortet, ob wirklich gebissen wurde, oder nur gepöbelt.
Auch bei Hunden gibt es eine spontane Unverträglichkeit.
Das ist mir mit meinem ersten Rüden 1993 zur Kieler Woche passiert.
Ein unangeleinter Münsterländer Rüde kam um die Ecke, Mackintosh war an der Leine und ganz entspannt, aber die Hunde sind in der Luft zusammengeprallt. Ich habe die Leine losgelassen und es ging 0:0 aus.
Kein Hund verletzt, Riesengetöse und Volksauflauf.
Daraus jetzt auf ein Problem zu schließen, wie z.B. eine "schlechte Kindheit" beim Züchter, erscheint mir nicht logisch.
Sowas kann passieren! Wer darauf mit Unsicherheit reagiert, hilft sich und seinem Hund ganz bestimmt nicht!
Birge Vietor
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Re: Beißen

Ungelesener Beitragvon Wilfried Kaminski » So 3. Nov 2013, 13:50

Birge Vietor hat geschrieben:Für mich ist immer noch die Frage nicht beantwortet, ob wirklich gebissen wurde, oder nur gepöbelt.
Auch bei Hunden gibt es eine spontane Unverträglichkeit.


Das glaube ich auch - das mit der Unverträglichkeit. Im besagten Fall von unserem Hund kann ich nun guten Gewissens von "Pöbeln" ausgehen. Der andere Hund trug ja keine Blessuren davon und wir wissen ja das auch unsere Hunde durchaus kräftig zubeissen können.
Gruß
Wilfried Kaminski
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Re: Beißen

Ungelesener Beitragvon Christian Tintrup » So 3. Nov 2013, 17:43

Habe mich das wohl ein wenig unverständlich ausgedrückt.
Ich bin der Meinung das nichts ohne Grund passiert. Und es passiert auch nicht einfach so, meistens erkennt man die Zeichen nicht früh genug um entsprechend zu reagieren.
Christian Tintrup
 

Re: Beißen

Ungelesener Beitragvon Birge Vietor » So 3. Nov 2013, 19:12

Hallo,
ich bin sicher, dass manche Dinge "einfach so" passieren.
Die Frage ist, wie die Besitzer damit zurechtkommen. Ein ängstlicher, hektischer Besitzer kann fast jeden Hund aus der Bahn werfen.
Ich habe seit 1970 Hunde und kann sagen, dass unsere/meine Hunde durchaus unterschiedliche Charaktere hatten.
Das Problem beim Iren ist, dass er nicht verzeiht.
Mackintosh wurde in seinem ersten Lebensjahr von einem Rottweiler, 2 verschiedenen Schäferhunden und von einem Hovawart richtig gebissen. Alle Hunde waren dafür bekannt und die Besitzer uneinsichtig, da ihren Hunden in der Regel nichts passierte. Das ist ein Problem in großen Wohngebieten gewesen Anfang der 90er Jahre.
Mit Vertretern dieser Rassen musste ich Zeit seines Lebens aufpassen. Deshalb war er aber kein gestörter Hund.
Er war der einzige Rüde in Altenholz, der niemals versucht hat, einen Lhasa Apso Rüden zu erwürgen, dessen Atemgeräusche sich wie ein Knurren angehört haben.
Er hat einen uralten, für bösartig erklärten Rüden, der Leinen- und Maulkorbzwang hatte, auf den Spaziergängen begleitet.
Aber er war ganz bestimmt kein Friedensnobelpreistäger.
Birge Vietor
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