Zeckenschutz aktuell?

Allgemeines zu Irish-Terriern, insbesondere Haltung, Pflege und Gesundheit betreffend/ All about Irish-Terriers, especially keeping and health care.
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Zeckenschutz aktuell?

Ungelesener Beitragvon Anke Mieth » Mo 24. Mär 2014, 20:20

Im vergangenen Jahr hatten bei mir drei Hunde zusammen 2 Zecken.
Dieses Jahr hat bereits ein Hund zwei Zecken innerhalb der letzten 10 Tage gehabt und mir schwant angesichts des milden Winters nichts Gutes :-(

Es gibt täglich einen Schuss Knoblauchöl ins Futter und letztes Jahr habe ich die Hunde (nur) zweimal mit Frontline Spot-on behandelt - im Mai und im August (Ergebnis s.o.).

Das Scalibor-Halsband hatte ich 2011 mal ausprobiert; funktionierte nicht besser oder schlechter als Frontline, aber ich finde es halt nicht so gut wenn sie dauernd diese Halsbänder tragen müssen und beim Spielen eben auch mal reinbeißen oder irgendwo hängenbleiben.

Was ist bei euch so angesagt in Sachen Zeckenschutz 2014?
(Zum Glück haben wir diese Auwaldzecken hier oben noch nicht).
Beste Grüße,
Anke Mieth und Finca mit Buffy und Dacey im Herzen

Leben ist das, was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben. (Henry Miller)
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Re: Zeckenschutz aktuell?

Ungelesener Beitragvon Regina Hennies » Mo 24. Mär 2014, 22:40

Hallo Frau Mieth!

Dieses Thema ist ja jedes Jahr aktuell. Und ich hatte mich auch schon mal diesbezüglich geäußert, aber ich "sag" es gern nochmals: ich habe die besten Erfahrungen mit Kokos-Öl gemacht. Inzwischen gibt es dies auch bei der dm-Drogerie. Es ist ein festes Öl, das erst bei Wärme flüssig wird.
Natürlich sollte man vor jedem Spaziergang ein ca. Bohnen-großes Stückchen zwischen den Händen verreiben und damit dem Hund über Kopf, Nacken, Brust und Bauch streichen. Möglichst dahin, wo der Hund nicht lecken kann, denn es schmeckt sehr gut.
Und man kann sich selbst damit auch einreiben.
Übrigens kann man auch Bratkartoffeln und Anderes damit braten, schmeckt lecker und ist sehr gesund! ;)

Damit erspare ich meinen Hunden alle giftigen Mittel, die nicht so gut wirken wie das Kokos-Öl.

Sicher haben sich bei diesem milden Winter die Zecken sehr vermehrt.
Im Augenblick schneit es allerdings hier auf der Alb in über 800 m Höhe. Bisher liegen ca. 10 cm, so viel wie den ganzen Winter nicht. Aber mild ist es trotzdem. Und das nach dem Super-Frühlingswetter in der letzten Woche!
Viele Grüße
Regina Hennies www.redpets.de

Du bist zeitlebens verantwortlich für das, was du dir vertraut gemacht hast. (Saint-Exupery)
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Re: Zeckenschutz aktuell?

Ungelesener Beitragvon Wilfried Kaminski » Di 25. Mär 2014, 10:23

Regina Hennies hat geschrieben:Sicher haben sich bei diesem milden Winter die Zecken sehr vermehrt.


Hallo Frau Mieht & Frau Hennies,

so genau kann man das an den Temperaturen nicht festmachen. Ein warmer und nasser Winter schadet vielen Insektenarten in der Regel wohl mehr als eine lang anhaltende frostige Wetterlage. So können auch Zecken von Milben befallen werden (unglaublich aber wahr)...

Richtig ist wohl, dass die Zecken bei milder Witterung früher aktiv werden und im Extremfall das ganze Jahr Spaß mit unseren "Freunden" angesagt ist.

Wir setzen seit zwei Jahren auf "Boga Care" Produkte. Also diese Mittel mit "Margosa-Extrakt". Sie sind rein pflanzlich und wirken bei unserem Hund genau wie die chemischen "Kampfstoffe". Wir haben bisher gute Erfahrungen gemacht. Den Hund stört der anfangs recht intensive "Zitronenduft" offenbar nicht. Der Duft reduziert sich innerhalb der ersten Tage und ist dann nur bei genauem "hinriechen" wahr zu nehmen. Einziger nennenswerter Nachteil ist wohl, dass bei Regen dieses Spot-on schneller ausgewaschen wird.

Zecken warenv bei uns in der Vergangenheit - trotz ausgiebieger Feld- , Wald- und Flurspaziergänge nie ein ernsthaftes Problem. Ich kann mich nicht erinnern das Herzi mehr als 3 oder 4 Zecken pro Saison hatte (die wir erkannt und entfernt hatten). Wenn ich es recht erinnere auch vorzugsweise im Frühjahr - weniger im Hochsommer oder Herbst.

Spannend wird, ob wir in diesem Jahr wieder eine Hirschlausplage zu erwarten haben. Diese unangenehmen Plagegeister haben uns im vergangenen Jahr über Wochen in Atem gehalten ("Selbstrmordkäfer). Nach jedem Spaziergang hieß es Hund auf den Rücken legen, mit dem Flohkamm die Biester auskämmen und händisch "exekutieren". Dieses unerfreuliche Phänomen trat erstmals in 2013 auf. Das im besagten Zetiraum testweise wieder reaktivierte Frontline hat die Hirschlaus nicht sonderlich beeindruckt oder abgehalten. Leider!

Ich wünsche allen Hunden einen schönen Frühling mit wenig bis keinen Zecken oder andersartigen Parasiten ... ;)
Gruß
Wilfried Kaminski
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Re: Zeckenschutz aktuell?

Ungelesener Beitragvon Irene Schmid » Mo 7. Apr 2014, 07:29

Wir leben in der Oberpfalz leider auch in einer Zeckenhochburg, jedoch haben sich die Zecken bei uns, im Vergleich zu anderen Hunden, die letzten Jahre einigermaßen in Grenzen gehalten.
Wir geben schon längere Zeit Kokosöl ins Futter und behandeln die Hunde vor den Spaziergängen auch äußerlich mit Kokosöl (wenn's Frauchen nicht wieder vergisst ;-) )
Dieses Jahr hatten die Hunde aber schon jede Menge Zecken. :twisted:
Deshalb hab ich mir jetzt "Cistus Incanus" Kapseln besorgt, auf die eine Bekannte schwört, da sich die Zecken angeblich nicht mehr festbeißen.
Cistus ist ein natürliches Mittel aus der Zistrose, das in der Humanmedizin die Abwehrkräfte stärken soll. Unser TA kennt das Mittel im Zusammenhang mit Zecken noch nicht, meinte aber, der Einsatz am Hund (der Inhalt einer Kapsel täglich übers Futter gestreut) sei unbedenklich.
Ich probier es zusätzlich zum Kokosöl aus und werde ggfls. berichten.

Viele Grüße
Irene Schmid
 
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Re: Zeckenschutz aktuell?

Ungelesener Beitragvon Alexander Fabianek » Do 17. Apr 2014, 20:32

Hallo Herr Kaminski,

gegen die Hirschläuse wäre Ballistol Stichfrei ein Versuch wert.Muss zwar leider vor jedem Spaziergang aufgetragen werden und hält dann wohl bis zu 8 Std. Wir haben hier auch diese Viecher... :evil:,
allerdings sehr wenige und nur im Herbst.

Grüße A.Fabianek
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Re: Zeckenschutz aktuell?

Ungelesener Beitragvon Dorle Schans » Mo 21. Apr 2014, 21:59

Liebe IT Freunde,

die ständig zunehmenden Gefahren der Übertragung von schweren sog Vektor- Krankheiten( also die durch Zecken beim Biß übertragen werden) , die unbehandelt zum Tode führen, und teils NICHt oder nur unter Verwendung von Medikamenten mit schweren, bleibenden Nebenwirkungen auf Leber und Nieren behandelt werden können, hat zur Folge, daß man in gefährdeten Gebieten seine Hunde zuverlässig schützen sollte. Da ist leider nur die Permethrin-Gruppe zuverlässig.

Das einer anderen Wirkstoffklasse zugehörige Frontline/ Fipronil wird als Pflanzenschutzmittel auf die Felder gesprüht, evt deswegen hat seine Wirksamkeit auch nachgelassen.
Und deswegen: Vorsicht beim Laufen lassen in wachsendem Getreide oder Mais!

Zurück zu den Zecken: aus meiner Zucht haben Hunde schon Babesiose, Ehrlichiose und Borreliose gehabt - die nur in D gelebt haben. 2 davon im Raum Berlin/ Brandenburg. Man sollte sich informieren ( TÄ, Tiergesundheitsämter), welche durch Zecken übertragenen Krankheiten in der Region vorkommen.

Es sind in diesem Jahr eine ganze Menge neuer Präparate auf den Markt gekommen. Auch eine Tablette, die bis zu 8 Wochen gegen Zecken und 12 Wochen gegen Flöhe schützen soll.

Ich warte jedoch erstmal ab, wie die Erfahrungen im Kollegenkreis sind, bevor ich da etwas Neues empfehle.

Bislang verwende ich Advantix und Exspot , und gehe auf Nummer sicher. Man kann es auch bei tragenden Hündinnen einsetzen. Es ist nicht witzig, eine an Borreliose erkrankte Hündin zu haben, wie eine Züchterkollegin vor ein paar Jahren! Die Medikamente( Doxycyclin) schädigen die Zähne der Welpen und so mußte die Hündin in der beginnenden Laktation abgestillt und die Kleinen per Flasche aufgezogen werden....

Wer sich breit und aktuell informieren möchte, dem empfehle ich diese website

http://www.esccap.de/start/

über Zecken:

http://www.esccap.de/parasiten/zecken/
Es grüßt in alle Richtungen

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Re: Zeckenschutz aktuell?

Ungelesener Beitragvon Renate Gayk » Di 22. Apr 2014, 19:09

Advantix und ähnliche Mittel kommen für uns nicht mehr in Betracht. Im letzten Jahr hatte sich unser Hund mehrere Zecken eingefangen und dies trotz der entsprechenden stark "duftenden" Öle. Also musste Advantix her und vorsichtig wie ich bin, habe ich ihm nicht die gesamte Dosis gegeben, denn er wiegt nur 15 kg und die Ampulle ist auch für Hunde mit weitaus mehr Gewicht geeignet. Natürlich bekam er wieder Zecken und die behandelnde Tierärztin meinte, dass er die gesamte Dosis erhalten müsste. Zum nächsten Termin wurde somit die Gesamtdosis verabreicht und einige Stunden später hatten wir einen ängstlich erregten Hund auf der Couch sitzen, der sich nur schwer von uns beruhigen ließ. Dieses Verhalten war uns unerklärlich und uns fiel nur Advantix als Erklärung ein. Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht mit viel beruhigenden Worten und Gesten, wurde sein Verhalten in den darauffolgenden Tagen wieder besser . Mir sitzt dieser Schreck noch immer in den Gliedern, zumal ich vor Jahren einen kleinen Cairn hatte, der eine Epilepsie entwickelte und ich bin mir sehr sicher, der erste Anfall trat nach der Gabe mit Frontline oder einem ähnlichem Mittel auf.
Wenn diese Mittel so super geeignet sind, warum muss ich mir Handschuhe anziehen oder eigentlich noch besser: Warum kann ich die nicht benutzen? Wir haben hier Zeckengebiet mit Borreliose und ich hatte bereits zweimal das Vergnügen. Ich wäre wirklich sehr dankbar für ein prophylaktisch wirksames Mittel, möchte aber doch nicht Advantix ausprobieren. ;)
Über den letzten Sommer, den Herbst und Winter bis Ende März kamen wir- zumindest beim Hund - mit Ledum C 30, ( für Frauchen und Hund) , mit Melaflon und Kokosöl hin. Seit ca. drei Wochen jedoch haben wir damit keinen Erfolg mehr. Trotz Bürsterei und Absuchen haben es zwei dieser Biester zur Vollreife gebracht!
Seit heute trägt er nun ein Seresto Halsband und nächste Woche wird getrimmt. Zusätzlich bestelle ich mir für den Garten Zeckenrollen und lege die verteilt in Wühlmausgänge, Holz- und Steinstapel. Vielleicht kann ich die Population etwas verringern.
Ärgerlich, um nicht zu sagen wütend bin ich über das Versagen der forschenden Industrie. Das Problem ist bekannt und ich frage mich, warum eine wirkungsvolle und für Mensch und Haustier ungefährliche Prophylaxe bisher nicht entwickelt wurde? Meine laienhafte Vorstellung denkt dabei an gezielte Eingriffe in das Vermehrungssystem mit Hilfe gesteuerter und veränderter Hormone. Aber das ist nicht so lukrativ wie ein alle vier Wochen anzuwendendes Mittel, bzw. die Verabreichung teurer und jährlich zu erneuernder Impfstoffe.
Bis es soweit ist, müssen wir uns wohl mit dem Halsband abfinden und ich sage ehrlich: mit einem ganz schlechtem Gefühl!
Eine Blutuntersuchung auf Borreliose gibt es in den nächsten Tagen auch und sollte es nötig sein, auch die dreiwöchige Anwendung von Doxycyclin.
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Re: Zeckenschutz aktuell?

Ungelesener Beitragvon Dorle Schans » Di 22. Apr 2014, 20:55

Hallo Frau Gayk,

eine Nebenwirkung von Advantix , die Lotti fast 1 Woche Juckreiz mit Unruhe und etwas "irrem Blick" bescherte ( ich vermute, das war bei Ihrem Hund so?), hat mich auf Expot zurück umsteigen lassen. Ich hatte nach den neuesten Empfehlungen im letzten Jahr Lotti das Advantix an mehreren Stellen aufgetragen entlang der Wirbelsäule. Das verursachte aber starken Juckreiz.

Nun gebe ich Exspot - IMMER in der richtigen Dosis, und das ist verträglicher in der Formulierung scheinbar.Und man muß es stur nach 4 Wochen wiederholen. Der Ehrlichiose Hund aus Potsdam bekam es nur alle 6 Wochen( es wurde halt nicht so genau erinnert, statt es aufzuschreiben), das war nicht ausreichend. 1 Woche Diagnostik in der Uniklinik und Aufpäppeln brachten ihn wieder auf die Beine.

Es gibt ja Mittel mit neuen Wirkstoffen, bzw neue Kombis. Aber ich möchte nicht die erste sein, die sie einsetzt! Das hier neu eingeführte Vectra 3 hat vor 5 J in USA heftige Diskussionen wegen Hautreizungen ausgelöst.Ich suche ja ein Mittel, welches Lappländische Mücken in den Griff bekommt, aber warte noch. Über Frontline haben sie vor 10 Jahren dort nur gelacht....

Wenn man wie ich mehrere Hunde hat, kommen Halsbänder nicht in Frage, weil sie ja spielen. Und in Haushalten mit Katzen darf man kein Permethrin -haltiges Mittel verwenden, weil Katzen es nicht vertragen.Seresto ist sehr gut, aber kostet im TÄ Einkaufspreis schon 28 € - wieviel haben Sie bezahlt ? Preiswerter ist Scalibor, juckt aber erst auch stark. Man sollte es 2x unter warmem Wasser waschen, abstreifen, dann ist es nicht mehr so reizend.

Bei den duftenden Ölen muß man in Betracht ziehen, daß Hunde ja viel intensiver riechen und was uns angenehm erscheint, kann ihm widerlich sein. Außerdem hat das Ganze bislang keinen Beweis einer wirksamen Zeckenprophylaxe erbracht.

Permethrin ist Goldstandard, da kann man leider nicht drum herum, und es hat vor allem die Repellende Wirkung : verursacht für Zecken einen widerlichen Geruch, Geschmack, sodaß sie nicht beißen wollen. Und das ist mit das Wichtigste, so wird nichts übertragen.

Es ist nun mal verzwickt und verzeckt!

Man muß sich da keine Illusionen machen - die Ungeziefermittel für Hunde sind nur sozusagen "Abfallsprodukte" der viel lukrativeren Agrarinsektizide. Dann wird mal getestet, welches auch für Viecher verträglich wäre in einer anderen Darreichung.Es wird da nicht geforscht extra für Kleintiere - so ist es in vielen anderen Bereichen auch. Baytril bekam in der Humanmedizin keine Zulassung, wurde aber bei Tieren ein gängiges Antibiotikum. Es ist der "Abfall", der den Tieren bleibt - um Ihnen gleich ein paar Illusionen zu ersparen. Es wird eben NICHT genug verdient an dem Zeug, so ist das. Wieviel Hektar müssen weltweit mit Insektiziden berieselt werden? Eben....Kleintiere sind da pippifax für den Hersteller.
Wie geschrieben: Frontline Wirkstoff Fipronil wird auf das jetzt wachsende Getreide aufgesprüht. Also Vorsicht: Hunde jetzt nicht durch Felder sausen lassen, für Mais gilt das besonders, auf den rieselt sehr viel Insektizid und Unkratvernichter(Herbizid) herab im Mai. Das erklärt auch, warum sich gegen Frontline in den letzten Jahren viele Resistenzen aufgebaut haben.-
Diese Mengen sind "etwas" größer als so ein Pipettchen für Hunde.
Geld regiert die Welt, und in kleine Randgruppen - das sind Hunde nun mal - wird nicht soviel investiert.

Man kann froh sein, daß es noch genügend zugelassene Medikamente für Kleintiere gibt. Etliche Firmen lassen keine Medikamente neu zu, weil es sich nicht lohnt. So war mal ein gr Engpaß an Lokalanästetika da, auch für die Großtierpraktiker eine Katastrophe. Es gab monatelang kein Schmerzmittel für Kühe. In Deutschland gibt es auch kein Respirot mehr, vom Markt genommen( Atemstimulans für Neugeborene Tiere , die im Atemreflex durch die Geburt gelitten haben) , im Ausland noch zu erhalten. Internationale Apotheke, eine aufwändige und teure Angelegenheit. . Auch fehlt seit Monaten schon Amynin - ein ganz tolles Infusionsmittel, welche geschwächte Jungtiere (bei kleinen Welpen kann man es unter die Haut spritzen, es versorgt sie mit allem, wenn sie einen fehlenden Saugreflex durch Schwergeburt haben. Es macht ganz schnell wieder fit ....das ist schon zum Haare raufen.Auch Taubenzüchter schwören drauf.

Wenn sich die Antibiotika Gesetzgebung weiter verschärft und auch für Kleintierpraktiker greift, kann man Medikamente nur noch in der Apotheke per Rezept vom TA bekommen, Wurmmittel auch. Und keine auf den Hund zugeschnittene Behandlung mit einzelnen Tabletten, nein, es müssen Packungen komplett verkauft werden.

Da kommt noch ganz schön etwas auf uns zu an Belastungen.

Mein Mann leidet jetzt noch an Restsymptomatik seiner heftigen Neuroborreliose, die er vor 9 Jahren sich einfing. Es ist nicht witzig, und die Borreliose ist für Hunde noch die harmloseste "Mitgift" durch Zecken. Wir haben immer eine Schachtel Doxy in der Hausapotheke, nicht lange fackeln, sondern gleich nach Stich beginnen. Zumal wir hier in einer Borreliose Region wohnen. Die Tests sind übrigens alle nicht 100 % verläßlich. Direkter Erregernachweis( Zecke nicht wegwerfen, sondern einschicken) , oder auch mal Liquoranalyse bei Neuroborreliose. Mein Mann hat zB eine "Seronarbe" , das ist ein erhöhter Spiegel der Antikörper, der auf die gehabte Infektion hinweist. Hätte er eine neue Infektion, könnte das Probleme in der Diagnostik geben.
Es grüßt in alle Richtungen

Dorle Schans

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Re: Zeckenschutz aktuell?

Ungelesener Beitragvon Irene Schmid » Do 24. Apr 2014, 18:25

Hallo allerseits,
ich wollte nur kurz von unseren bisherigen Erfahrungen mit den Cistus Kapseln zur Zeckenbekämpfung berichten.
Unsere beiden Hunde bekommen seit knapp drei Wochen täglich den Inhalt einer Cistus Incanus Kapsel über ihr Futter, zusätzlich zu Kokosöl. Was soll ich sagen? Seitdem hatten wie keine (!) Zecke mehr, obwohl wir in hohen Gräsern und Zeckengebieten unterwegs sind.
Ich bin begeistert!
Zeckenschutz ganz ohne Chemie...

Viele Grüße
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Re: Zeckenschutz aktuell?

Ungelesener Beitragvon Gabriele Kiehl » Fr 22. Apr 2016, 07:25

Meine beiden Border Terrier hatten das Scalibor-Halsband um. Wirkt wirklich gut!
Im letzten Jahr habe ich keins meiner Ayla (gestorben Nov. 2015) umgelegt, sie
hatte schlimme Krampfanfälle. Habe mit Kokosöl gearbeitet! Sie hatte 2 - 3 Zecke gehabt.
Aber jetzt bin ich mir nicht sicher, ob der Krebs im Körper die Dinger nicht abgehalten
haben.

Meine Salsa hat bis heute noch keinen Zecken gehabt, sie trägt eine Bernsteinkette.
Ob die wirklich komplett hilft, abwarten ;)
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